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    Zuletzt aktualisiert: 12.03.2011 um 05:05 Uhr

    Neue Familien für zwei Halbwaisen

    Eine 29-Jährige wurde mit einer Axt getötet. Sie hinterließ zwei Kinder. Eine Tochter (10) lebt beim leiblichen Vater. Das andere Mädchen (1) wurde von der Tante aufgenommen. "Die Familie meistert ihr Schicksal großartig."

    Foto © KLZ/Traussnig

    Was passiert mit einem Baby, wenn die Mutter stirbt und der Vater im Gefängnis sitzt? Diese schreckliche Frage musste sich am 19. September 2010 eine Familie aus Oberkärnten stellen. Denn an jenem Sonntag ist eine junge Mutter (29) von ihrem Lebensgefährten mit einer Axt erschlagen worden, während die einjährige Tochter nebenan schlief. Am Donnerstag ist der Täter zu 18 Jahren Haft verurteilt worden (wir berichteten). Die Tote hinterlässt neben dem kleinen Mädchen auch eine zehnjährige Tochter aus einer früheren Beziehung.

    Der Opferschutzverein "Weisser Ring" kümmert sich seit der Bluttat um die Angehörigen. Expertin Ursula Ibounig hat viel Bewunderung für die trauernde Familie übrig. "Das Baby lebt seit dem schrecklichen Tod der Mutter bei seiner Tante. Die Frau ist die Schwester der Getöteten. Sie hat bereits ein eigenes Kind und konnte von Anfang an ein inniges Verhältnis zu ihrer Nichte aufbauen." Dort, wo das kleine Mädchen jetzt wohnt, stehe immer ein eingerahmtes Foto von seiner leiblichen Mutter. Und die Tante sei die "Mama-Inge" (Name geändert), erzählen die Opferschützer. Die zehnjährige Tochter der Getöteten lebt seit dem Familiendrama beim leiblichen Vater. "Er und seine Lebensgefährtin haben das Kind sofort zu sich genommen." Renate Mosser, die Leiterin des Vereins "Weisser Ring" sagt: "Die Familie macht das alles unglaublich toll. Alle helfen sich gegenseitig und mit aller Kraft."

    Die Schwestern leben seit dem Tod der Mutter zwar in verschiedenen Familien - die Kleinere bei der Tante, die Größere beim Vater. Doch sie sehen sich oft. "Es wird von allen Seiten darauf geachtet, dass die Mädchen viel Kontakt haben." Karl Komann wurde als Anwalt der Mädchen eingesetzt. Er sagt: "Man darf das Leid dieser Kinder nicht vergessen." Beim Prozess gegen den Täter und Vater meldete er Forderungen an: Die Mädchen sollen unter anderem Trauerschmerzensgeld bekommen. In welcher Höhe steht noch nicht fest.

    MANUELA KALSER

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