Chronologie des Tsunamis vom Dezember 2004
Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 war eine der schwersten Naturkatastrophe in der Geschichte der Menschheit. Doch es war eine Katastrophe mit verhältnismäßig langsamem Beginn, in ersten Medienberichten am zweiten Weihnachtsfeiertag war noch von neun Toten die Rede.
Nach einem Tag war nicht einmal annähernd das Ausmaß der Zerstörungen absehbar. Mehr als sechs Jahre danach schätzt man die Zahl der Opfer auf bis zu 250.000 Menschen, die dem Tsunami in Südostasien und Ostafrika zum Opfer gefallen sind. Exaktere Zahlen vermag bis heute niemand zu nennen. Unter den Toten befanden sich auch 86 Österreicher. Im Folgenden eine Chronologie der ersten Tage nach der Katastrophe:
26. Dezember 2004:
Kurz nach 3.00 Uhr MEZ treffen erste Meldungen ein, wonach die indonesische Insel Sumatra von einem Erdbeben erschüttert wurde. Eineinhalb Stunden später ist von neun Toten durch eine Flutwelle die Rede. Gegen Mittag werden mehr als 3.000 Tote gemeldet, die Hälfte davon aus Sri Lanka. Weitere betroffene Länder: Thailand, Indien.
27. Dezember 2004:
Es wird bekannt, dass durch das schwerste Beben seit 40 Jahren und die dadurch ausgelöste Flutwelle mindestens 12.000 Menschen ums Leben gekommen sind, unter ihnen auch Österreicher. Bis Mittag wird bekannt, dass die Zahl der Flutopfer auf 20.000 gestiegen ist. Die UNO spricht von einer "Katastrophe ohne Beispiel". Am Nachmittag treffen Meldungen ein, dass die Flutwelle auch in Ostafrika hunderte Menschen getötet hat.
28. Dezember
Es wird geschätzt, dass durch die Flutwelle insgesamt 55.000 Menschen umgekommen sind. Die französische Accor-Hotelgruppe weist auf 280 Vermisste im Hotel Sofitel im thailändischen Khao Lak hin. Eine neue "Nachbar in Not"-Aktion wird beschlossen. Das Außenministerium in Wien bestätigt fünf tote Österreicher.
30. Dezember:
Bis zu 100 Österreicher dürften laut Außenministerium in Thailand die Katastrophe nicht überlebt haben. UNO-Generalsekretär Kofi Annan spricht von einer "beispiellosen globalen Katastrophe" mit 130.000 Toten und einer halben Million Verletzten.
31. Dezember:
Fünf Tage nach der Katastrophe wird die Gesamtzahl der Toten mit 140.000 angegeben. Die internationale Finanzhilfe hat nach UNO-Angaben 1,2 Milliarden Dollar (880 Millionen Euro) erreicht.
1. Jänner:
Die UNO rechnet mit 150.000 Toten. Die Vereinten Nationen haben Hilfszusagen über zwei Milliarden Dollar (1,355 Mrd. Euro).
2. Jänner:
490 Österreicher gelten als vermisst. Außenministerin Plassnik: Man müsse sich darauf vorbereiten, dass mehrere hundert von ihnen tot sind. Die UNO startet eine Luftbrücke für die indonesische Region Aceh.
3. Jänner:
Indonesien beginnt gemeinsam mit anderen asiatischen Staaten mit dem Aufbau eines Warnsystems für Tsunamis und andere Naturkatastrophen.
4. Jänner:
Die UNO befürchtet 200.000 Tote.
5. Jänner:
Die Aufbaukosten in Sri Lanka werden auf 1,3 Milliarden Dollar (881 Mio. Euro) geschätzt. EU-weit drei Schweigeminuten zum Gedenken an die Flutopfer.
6. Jänner:
Die EU stellt 1,5 Mrd. Euro für die Opfer der Flutkatastrophe zur Verfügung.
7. Jänner:
Noch immer werden 488 Österreicher im Krisengebiet vermisst. Die Katastrophenhilfseinheit AFDRU (Austrian Forces Disaster Relief Unit) beginnt mit der Aufbereitung von Trinkwasser in der Umgebung von Galle auf Sri Lanka.
8. Jänner:
Die Weltbank stellt den betroffenen Ländern Finanzhilfen bis zu 1,5 Mrd. Dollar (1,016 Mrd. Euro) in Aussicht.











