Rund 200 Tote nach Neuseeland-Beben befürchtet
Die Zahl der bestätigten Todesopfer wurde zuletzt mit 98 angegeben. Die Polizei geht aber davon aus, dass in der Stadt Christchurch noch bis zu 120 Tote unter den Trümmern eingestürzter Häuser liegen.

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Das Erdbeben in Neuseeland hat wahrscheinlich mehr als 200 Menschenleben gekostet. Die Rettungskräfte in Christchurch bargen bis zum Donnerstag 98 Leichen, doch wurden allein unter dem eingestürzten Canterbury Television-Gebäude noch bis zu 120 Opfer vermutet. Dort habe niemand eine Überlebenschance gehabt, sagte Polizeichef Dave Cliff. Offiziell wurden zwei Tage nach dem Beben der Stärke 6,3 noch 226 Menschen vermisst.
"Wir haben heute große Sorge, dass die Zahl der Todesopfer viel höher wird als wir je befürchtet haben", sagte Regierungschef John Key am Abend (Ortszeit). Es könnten aber einige Menschen, die die Stadt verlassen hatten, von Freunden als vermisst gemeldet worden sein, so die Hoffnung. Zudem könnten einige Menschen auf der Liste zu den bereits geborgenen Toten zählen.
Seit Mittwochnachmittag hatten die Retter niemanden mehr lebend aus den Trümmern gezogen, doch die Suche ging weiter. "Wir haben Hunde im Einsatz, Mikrofone und Kameras, um nach Anzeichen von Leben zu suchen", sagte Polizeichef Cliff. Unter den Toten waren zwei fünf und neun Monate alte Babys. Neben Neuseeländern und Australiern waren auch Teams mit 400 Helfern und Spezialausrüstung aus Taiwan, Singapur, Japan, Großbritannien und den USA im Einsatz. Auch mehr als 1.000 Soldaten helfen.
Nach Angaben von Außenminister Murray McCully dürften unter den Opfern auch zahlreiche Ausländer sein. "Dies ist nicht nur eine neuseeländische, sondern eine internationale Tragödie", sagte er. Im Canterbury-Gebäude befand sich eine Sprachschule mit Dutzenden Schülern aus der ganzen Welt. Nach Angaben der Schule wurden mehr als 80 Schüler und Studenten vermisst, unter ihnen Chinesen, Japaner, Südkoreaner und Philippiner. In dem Haus war auch ein Fernsehsender untergebracht, der 15 Mitarbeiter vermisste. Unter den Trümmern des Turms der Kathedrale werden bis zu 22 Tote vermutet.
Es gebe weiterhin keine Hinweise darauf, dass Österreicher bei dem Beben physisch zu Schaden gekommen seien, sagte Harald Stranzl, Sprecher des Außenministeriums in Wien, am Donnerstag zur APA. Man sei bemüht, Kontakt zu vier Österreichern herzustellen, die sich zur Zeit des Bebens möglicherweise in der Region aufgehalten hatten.
Nachbeben behindern Rettungsarbeiten
Immer wieder wurden die Rettungsarbeiten von Nachbeben behindert. An vielen eingestürzten Gebäuden sei die Lage für die Helfer lebensgefährlich, sagte Polizeiministerin Judith Collins. Am Donnerstag waren noch 164 Menschen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. 431 waren in den Notaufnahmen betreut worden und mehr als 2.000 wurden wegen kleinerer Schnittwunden und Quetschungen von Sanitätern versorgt. 80 Prozent von Christchurch - einer Stadt mit 390.000 Einwohnern - gab es nach wie vor kein Wasser. Die Strom- und Gasversorgung war ebenfalls weitgehend unterbrochen.











