Skepsis über Gesetz zu Radhelmpflicht für Kinder

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Beim Thema Radhelmpflicht für Kinder ist am Montag die zweite Diskussionsrunde eingeläutet worden. Nach dem Vorstoß von Verkehrsministerin Bures, eine Helmpflicht für unter Zehnjährige einführen zu wollen, gab es aber auch kritische Stimmen. Vor allem die Autofahrerclubs zeigten sich über mögliche gesetzliche Regelungen überaus skeptisch.
Als größte Probleme gelten die Umsetzung der Bestimmung sowie die Kompetenzgrenzen zwischen Ländern und Bund, die quasi haarscharf an den Straßenrändern verlaufen. Eine entscheidende Frage beim Thema Helmpflicht für Kinder ist: wo? Denn auf Straßen, wo die Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt, stellt der Bund - sprich: das Verkehrsministerium - die Regeln auf. Abseits davon, vom Feldweg bis zum Spielplatz, haben ausschließlich die Länder das Sagen. Bestes und bisher einziges Beispiel ist Niederösterreich: Dort gibt es die Helmpflicht für Radfahrer unter 15 schon seit 2009 - jedoch nur an nichtöffentlichen Orten.
Seitens des Verkehrsministeriums propagiert man dennoch weiterhin eine gesetzliche Bestimmung. Das Argument aus dem Büro Bures: Wer im Straßenverkehr einen Helm trägt, wird ihn ja im freien Geländen nicht plötzlich abnehmen. Untermauert wurde diese Ansicht mit Unfallzahlen aus einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Diese weisen laut Bures einen dramatischen Anstieg bei verunfallten Kindern im Straßenverkehr auf. Radunfälle seien in diesem Bereich innerhalb eines Jahres von 3.000 auf 4.000 gestiegen, jede zweite Verletzung bei unter Zehnjährigen sei dabei eine Kopfverletzung.
Diese Zahlen erhielten am Montag Konkurrenz. Laut Innenministerium, dessen aktuellste Werte aus dem Jahr 2009 stammen, verunglückten 3.197 Kinder im Alter von null bis 14 Jahren im Straßenverkehr, davon 606 als Lenker eines Fahrrades, hieß es auf APA-Anfrage. Nachsatz: "Statistiken in den Medien, die zeigen, dass Radunfälle von Kindern im Bereich eines Jahres von 3.000 auf 4.000 angestiegen sind, sind dem BMI nicht bekannt."
Für den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sind die Bestrebungen, das Tragen von Radhelmen für Kinder gesetzlich zu verankern, "zweifelhaft". Zum einem weil ein Großteil der Radstürze auf Spielplätzen, im Hof oder im Garten passieren würden. Und zum anderen, weil laut VCÖ in Österreich "bereits 87 Prozent der Kinder beim Radfahren einen Helm tragen. Es ist daher zu bezweifeln, dass durch eine Radhelmpflicht dieser Anteil auf 100 Prozent steigen wird". In ein ähnliches Horn stoßen die Autofahrerorganisationen ÖAMTC und ARBÖ.











