Eifersucht und Rache ließen Gewalt eskalieren
Ein Trio fasste für Raub, Erpressung und Vergewaltigung Haftstrafen aus. Ein Mädchen wurde misshandelt, ein Bursche mehrere Stunden festgehalten.

Foto © EggenbergerGabriele Lutschounig vertrat die Anklage
Am 10. August des Vorjahres trafen sich Anna (22), Benno (20) und der 32-jährige Christian (alle Namen von der Redaktion geändert) in Villach. Sie passten ein Mädchen - es hatte Anna angeblich deren Freund weggenommen - ab, zwangen es unter Vorhaltung einer Schreckschusspistole in ein Auto und fuhren zu einer Schottergrube in Oberwollanig. Dort wurde das Opfer mit der Pistole und einem Baseballschläger bedroht und verprügelt. Anna nahm der Rivalin noch 110 Euro ab, bevor man sie zwang, einen 21-jährigen Bekannten anzurufen, der wiederum Benno die Freundin weggeschnappt haben soll, und ihn zu einem Treffpunkt zu locken.
Zurück in Villach ließ das Trio das erste Opfer laufen und verfrachtete unter Drohungen jetzt den 21-Jährigen ins Auto. Wieder ging es zur Schottergrube. Der junge Mann wurde misshandelt. Benno zwang ihn, sich nackt auszuziehen und fuhr ihm mit der Pistole zwischen die Gesäßbacken - was das Gericht als Vergewaltigung wertete. Retour in Villach suchte das Trio mit dem völlig eingeschüchterten 21-Jährigen ein Pärchen auf. Der Mann, der für einen Einbruch bei Benno verantwortlich gewesen sein soll, wurde mit Handschellen an die Tür gekettet, seine Freundin musste zu einem Bankomaten fahren und den Tätern 400 Euro aushändigen.
Danach ging es in Annas Wohnung. Drogen, Alkohol. Immer noch dabei der 21-Jährige. Ihm war ein Bankauszug zum Verhängnis geworden, der ein Guthaben von 2000 Euro auf seinem Konto auswies. Weil die Postbank am 10. August schon geschlossen hatte, musste er die Nacht über bei seinen Peinigern ausharren. Am nächsten Morgen ging's zur Post, das Geld wechselte den Besitzer.
Saftige Haftstrafen
Eifersucht und Rache waren also die Motive für Straftaten, die am Montag am Landesgericht Klagenfurt selbst erfahrene Verteidiger schaudern ließen. "Die Situation ist in einer Art und Weise eskaliert, die nur schwer nachvollziehbar ist", sagte Bennos Anwalt Hans Gradischnig. Vor Richter Alfred Pasterk und Staatsanwältin Gabriele Lutschounig gab sich das Trio kleinlaut und geständig. Die Strafen fielen dennoch saftig aus: sechs Jahre Haft für Anna, fünf für Benno und vier für Christian. Sie nahmen an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.











