Leiche in Portugal nach neun Jahren entdeckt
Nach knapp neun Jahren ist eine vermisste ältere Frau in Portugal tot in ihrer Wohnung entdeckt worden. Wie Medien am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden berichteten, wurde die stark verweste Leiche von Augusta Duarte Martinho am Mittwoch in der Küche der Wohnung in der Gemeinde Rio de Mouro etwa 20 Kilometer nordwestlich von Lissabon gefunden - von der neuen Eigentümerin der Immobilie.
Die Leiche sei neben dem Skelett eines Hundes auf dem Boden gelegen, sagte ein Feuerwehrmann. "Es gab überhaupt keine Gerüche", fügte er an. Die Wohnung war von den Finanzbehörden aufgrund der hohen Steuerschulden versteigert worden.
Eine Nachbarin und eine Neffe der Frau hatten die ledige und kinderlose Augusta, die am Samstag 96 Jahre alt geworden wäre, schon 2002 als vermisst gemeldet. Die Polizei und die Justiz weigerten sich damals jedoch, die Wohnungstür der Vermissten aufzubrechen und den Fall zu untersuchen. "Man hat mir seinerzeit gesagt, dass nichts auf ein Ableben meiner Tante hindeute, da man sonst Leichengeruch feststellen müsste", sagte der Neffe jetzt den Medien.
Die Nachricht löste in Portugal große Empörung aus. Mehrere Soziologen sagten, der Fall decke schonungslos auf, wie sehr weite Teile der älteren Bevölkerung sozial isoliert sein. "Es ist nicht zu fassen, dass weder die Polizei noch die Sozialbehörden sich für den Fall interessiert haben, obwohl sie vom Verschwinden der Frau in Kenntnis gesetzt worden waren", sagte der angesehene Soziologe Villaverde Cabral der Nachrichtenagentur Lusa. Die Veralterung der portugiesischen Bevölkerung erfordere dringende Maßnahmen. Das Land habe bereits "eine der ältesten Bevölkerungen der Welt.











