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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2011 um 12:09 UhrKommentare

Aachener Ausbrecher kommen wohl nie mehr frei

Foto © APA

Die beiden Aachener Ausbrecher Michael Heckhoff (52) und Peter Paul Michalski (47) bleiben wohl bis zu ihrem Tod im Gefängnis. Sie wurden am Mittwoch vom Landgericht Aachen wegen erpresserischen Menschenraubes und Geiselnahme zu hohen Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Heckhoff bekam zehn Jahre, Michalski zehn Jahre und sechs Monate. Der Staatsanwalt hatte zwölf und 13 Jahre gefordert. Da beide schon einmal zu Sicherungsverwahrung verurteilt wurden, gilt als wahrscheinlich, dass sie nie mehr freikommen. Das Gericht hält sie für unverbesserliche Kriminelle. Die Männer waren im November 2009 aus der Aachener Justizvollzugsanstalt geflohen und hatten mehrere Geiseln genommen.

Der ehemalige Justizvollzugsbeamte, der ihre Flucht durch seine Hilfe erst möglich gemacht hatte, muss vier Jahre und drei Monate hinter Gitter. Der 41-Jährige hatte den beiden die Türen geöffnet und ihnen auch noch Waffen und Patronen gegeben.

Vor dem Gefängnis waren Heckhoff und Michalski in ein zufällig ankommendes Taxi gesprungen. Sie ließen sich zur Kölner Domplatte fahren, gingen auf den Weihnachtsmarkt und schliefen unter einer Rheinbrücke. Am nächsten Morgen zwangen sie eine 19-jährige Schülerin, sie ins Ruhrgebiet zu fahren. Am Morgen des dritten Fluchttages drangen sie in die Wohnung eines Ehepaars in Essen-Werden ein, aßen dort, schliefen und sahen fern.

Am vierten Tag wurde Heckhoff in seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr gefasst. Für Michalski endete das Katz-und-Maus-Spiel zwei Tage später, als er auf einem alten Damenrad durch ein niederrheinisches Feld strampelte.

Zwar ließen die Täter ihre Geiseln alle wieder frei und verabschiedeten sich teilweise mit Handschlag von ihnen. Doch die Geiseln standen Todesängste aus. Sie sind heute fast alle in psychotherapeutischer Behandlung und leiden unter Panikattacken, Angstzuständen und Alpträumen. Psychiaterinnen beschrieben sowohl Heckhoff als auch Michalski als nach wie vor gefährlich.

Quelle: APA

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