Millionencoup mit Markenbekleidung
Polizei geht von "Auftragsarbeit" aus: Randvoller Container wurde an Laderampe einer Spedition in Fürnitz aufgebrochen und leer geräumt - mehr als eine Million Euro Schaden.
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Es ist der größte Diebstahl von Markenbekleidung in der Kärntner Kriminalgeschichte. Europaweit gibt es kein vergleichbares Beispiel. Aus einem randvoll beladenen Container auf einem abgestellten Lkw-Hänger in Fürnitz, Gemeinde Finkenstein, verschwanden zwischen Freitagnacht und Montag 1 Uhr früh Jeans, Pullover, Jacken, Shirts und andere Teile vorwiegend der "New Yorker"-Kollektion im Verkaufswert von mehr als einer Million Euro.
Mitarbeiter einer Spedition, deren Lagerhallen direkt an der Industriestraße liegen, glaubten in der Nachtschicht ihren Augen nicht zu trauen. "Als wir den Container ausladen wollten, sahen wir, dass die Schließeinrichtung aufgebrochen worden war. Statt auf die Kleider, blickten wir ins Leere", sagt ein Mitarbeiter.
Sofort wurde die Polizei alarmiert. Tatortexperten des Bezirkspolizeikommandos Villach-Land und des Landeskriminalamtes versuchten in stundenlanger akribischer Kleinarbeit Spuren zu sichern.
"Zum Abtransport der Warenmenge waren zwei 7,5-Tonnen-Laster oder mindestens drei Kastenwagen notwendig", sagt Peter Biedermann von der "Einbruch/Diebstahlsgruppe" im Landeskriminalamt. Mit seinem Kollegen Albin Wascher hat er den Fall übernommen. Im Laufe des gestrigen Tages konnten die Kriminalisten erste Zeit-Weg-Diagramme nachzeichnen. Die gestohlene Ware kam ursprünglich von Deutschland in das Zentrallager der Spedition in Salzburg-Bergheim. Von dort ging der Transport ins Niederlassungs-Lager nach Fürnitz. Von dort sollte die Ware am Montag an Boutiquen in Kärnten und Osttirol weiterverteilt werden.
Lange "Arbeitszeit"
Die ermittelnden Kriminalisten gehen davon aus, dass allein die Umladearbeiten der drei bis vier Profidiebe mindestens eine halbe Stunde gedauert haben. "Die Rampe ist gut einsehbar. Wir hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung", betont Biedermann. Die Spedition scheint schon seit einiger Zeit im Fadenkreuz der Einbruchsprofis zu stehen. In der Vorwoche sei versucht worden, einen Lkw zu stehlen, ließ man die Polizei wissen. Überwacht wird das weitläufige Areal von einer Sicherheitsfirma. Allerdings wurden keine verdächtigen Wahrnehmungen an die Spedition gemeldet.
Hehlernetzwerke
"Aufgrund der Vorgangsweise gehen wir von einer Auftragstat im Bereich der organisierten Kriminalität aus", analysiert Peter Biedermann. Das Bundeskriminalamt und Interpol wurden eingeschaltet. Eine mögliche Spur führt auf den Balkan. Dort versorgen breit gefächerte Hehlernetzwerke seit Jahren Markenboutiquen mit gestohlener Ware aus halb Europa - und wiegen sich dabei in großer Sicherheit.













