Italien wegen Todes von vier Roma-Kindern unter Druck
Eine heftige Debatte über die Lebensbedingungen der Roma in Italien ist entbrannt. Anlass dafür ist der Brand in einem Roma-Lager am Sonntag, bei dem vier Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren ums Leben gekommen sind.

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Nach dem Tod von vier Roma-Kindern in einer illegalen Behelfsiedlung in Rom ist eine heftige Debatte über die Lebensbedingungen der Volksgruppe entbrannt. Die Schuld an der Vernachlässigung des Minderheitenproblems der Roma und ihrer wilden Zeltlager liegt nach Meinung von Menschenrechtsorganisationen bei der Regierung. Die Integration der Roma sei nur mit konstanter finanzieller Hilfe und Unterstützung der Regierung durchführbar, bemängelten humanitäre Organisationen am Montag.
Dorn im Auge
Oppositionspolitiker kritisierten, nur in den italienischen Großstädten würden wilde Camps und Bettelei von Zigeunerkindern toleriert. Etwa 7.000 Roma leben in mehreren Lagern über die ganze Stadt verteilt. Diese behelfsmäßigen Siedlungen bestehen zum Teil aus baufälligen Wohncontainern und Holzhütten ohne Toilette. Sie sind der Stadt seit langem ein Dorn im Auge.
Die römischen Stadtbehörden stehen dem Problem nach eigenem Bekunden machtlos gegenüber. "Ein ständiger Strom von Roma zieht nach Italien, weil vor allem im Winter die klimatischen Bedingungen besser als in anderen europäischen Ländern sind. Die meisten sind rumänische Staatsbürger, die nicht abgeschoben werden können. Wir haben nicht die Strukturen, um alle Roma unterzubringen", sagte das für die Roma-Integration zuständige römische Stadtratmitglied Giorgio Ciardi.
Da die Roma kaum Arbeit finden, schlagen sich viele mit Betteln und Diebstahl durchs Leben. Roma-Kinder werden oftmals von kriminellen Banden an den Touristenorten der Stadt als Taschendiebe eingesetzt. Laut Schätzungen der Stadtverwaltung betteln hunderte Minderjährige auf den Straßen Roms. Zugleich breiten sich in den Außenbezirken der Großstädte vielerorts wilde "Zigeunerlager" aus, oft ohne sanitäre Einrichtungen. Die meisten Italiener machen einen großen Bogen um die Lager. "Eine andere Welt" wachse da heran, berichteten italienische Medien, oftmals seien die Neuankömmlinge schlichtweg "unerwünscht".
Roma-Vertreter sprechen von einem verbreiteten "rassistischen Hass" gegen ihre Volksgruppe. "Wenn wir die Ursachen hinter den Toten in Rom verstehen wollen, müssen wir die Politik betrachten, die zu solchen Lebensbedingungen führt", hieß es.










