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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2011 um 14:37 UhrKommentare

Demo der Homöopathie-Gegner

Rund zwei Dutzend Homöopathie-Skeptiker haben am Samstagvormittag in der Wiener Innenstadt einen Selbstversuch unternommen und eine "Überdosis" homöopathischer Medikamente geschluckt.

"Überdosis" als Demo: Der Protest in Wien

Foto © APA"Überdosis" als Demo: Der Protest in Wien

Unter dem Motto "Nichts drin, nichts dran" wollten sie auf die "völlige Wirkungslosigkeit" der Alternativbehandlung hinweisen. Die Aktion ist Teil einer weltweiten Initiative in 26 Ländern und 53 Städten. Vorerst kam es bei den Teilnehmern zu keinerlei Symptomen.

Eine Gruppe von etwa 50 Personen versammelte sich am Vormittag vor dem Haas-Haus am Stephansplatz, um vor Homöopathie zu "warnen". Hauptkritikpunkt: Keine wissenschaftliche Studie belege die Wirksamkeit der Substanzen. Bei einer Verdünnung von eins zu 10 hoch 23 sei kein einziges Molekül der angeblich enthaltenen Substanz mehr vorhanden - daher wurde von den Verantwortlichen der "Skeptiker - Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) auch der symbolische Zeitpunkt 10.23 Uhr gewählt.

Laut Ulrich Berger, Organisator und Präsident der Gesellschaft für kritisches Denken (GkD), soll die "nicht ganz ernst gemeinte" Demonstration vor Augen führen, dass Homöopathen "reinen Zucker zu einem Kilopreis von rund 600 Euro" feilbieten. Das Argument "Hilft's nichts, so schadet's nichts" lässt er nicht gelten. "Eine wirksame Therapie kann verschleppt werden." Darüber hinaus habe es bereits gesundheitsgefährdende Fälle gegeben. "Eine junge Frau hatte unlängst nach einer homöopathischen Selbstbehandlung eine Arsenvergiftung." Darüber hinaus gebe es indirekte Nebenwirkungen.

Für die Skeptiker handelt es sich bei der 200 Jahre alten Homöopathie um "eine letzte Bastion modernen Aberglaubens". Eine ältere Dame, die sich spontan anschloss und ebenfalls ein Fläschchen Globuli einnahm, begrüßte die Initiative. "Ich finde es gut, dass man endlich etwas unternimmt", erläuterte sie im Gespräch mit der APA. "Es geben irrsinnig viele Leute Geld für nichts aus."

Organisator Berger sprach von einer "a- bis anti-wissenschaftlichen Stimmung" in Österreich und einer "geistigen Verarmung", wenn derartiger "Unsinn" unkritisch akzeptiert werde. "Von Homöopathieseite wird ungeniert die Wahrheit verbogen", behauptete er. Für ihn handelt es sich um reinen "Hokuspokus".

Der Mathematiker und WU-Professor Berger hat derzeit übrigens selbst eine rote Schnupfennase und nimmt - nichts, wie er auf APA-Nachfrage verriet. Er warte einfach, bis der Schnupfen von selbst wieder geht.


Fakten

Nicht unerwartet haben sich bei den etwa 25 Probanden, die am Samstag um 10.23 Uhr am Wiener Stephansplatz eine "Überdosis" homöopathischer Mittel eingenommen haben, laut Eigenaussage bisher keinerlei Gesundheitsschäden eingestellt. "Gut is' gangen, nichts is' geschehen", bestätigte Organisator Ulrich Berger auf APA-Nachfrage am Nachmittag: "Mir geht's gut, Danke." Mit Nebenwirkungen sei nicht mehr zu rechnen, meinte er.

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