Wilderer hängte Gamsbock-Kopf auf Anschlagtafel
Im Bezirk Spittal an der Drau hat ein Unbekannter den abgetrennten Kopf eines Gamsbockes auf der Anschlagtafel eines Jagdvereines mitten im Ortsgebiet gehängt. Das Tier wurde während der Schonzeit getötet.

Foto © KK/Jagdverein
Passanten trauten gestern Vormittag in Sachsenburg ihren Augen nicht: Ober der Anschlagtafel des Jagdvereins "Niggelai" hing das blutige Haupt eines Gamsbocks an einem Nagel. Und das mitten im Ort, gegenüber des Gemeindehauses.
"Ist das normal?", wurde ein Jäger gefragt. Der dachte zunächst an einen Faschingsscherz. Dann informierte er Hegeringleiter Johann Pleßnitzer. Der kontrollierte gerade mit Förstern im Revier Schälschäden des Rotwildes. Er fuhr sofort ins Tal. Laut Polizei hat der Wilderer das Haupt fachmännisch vom Körper getrennt. Man nahm Proben vom Nagel in der Hoffnung, verwertbare Spuren (DNA) zu finden. Vom Körper des Gamsbocks fehlt derzeit noch jede Spur. Tatzeit und Ort des Abschusses sind ebenfalls unbekannt. Der Wert des geschossenen Tiers wird auf 1000 Euro geschätzt.
Was Pleßnitzer und seine Jägerkollegen verblüfft, ist der Fundort des Hauptes. Wer hängt schon eine Trophäe direkt an die Anschlagtafel eines Jagdvereins? "Das ist entweder eine Provokation oder es handelt sich um einen mediengeilen Nachahmungstäter des Lavantaler Wilderers", vermutet Pleßnitzer.
Derzeit besteht für alle Wildtiere Schonzeit. Eine Ausnahme gilt nur für alte und kranke Tiere. "Am Haupt des Gamsbocks stellte ein Tierarzt Spuren der Räude fest", sagt Pleßnitzer. Aber auch in diesem Fall hätte ein Abschuss gemeldet werden müssen. Und jedenfalls gibt es nicht den geringsten Grund, das Haupt mitten in Sachsenburg an die Wand zu nageln.











