Stornieren oder gratis umbuchen
Die Reisewarnung des Außenministeriums macht es möglich: Wer einen Ägypten-Urlaub ab Österreich gebucht hat, kann gratis eine andere Destination buchen oder überhaupt stornieren. Mehr als 3000 Österreicher urlauben derzeit in Ägypten.

Foto © AP
Mehr als 3000 Österreicher urlauben derzeit in Ägypten - die meisten von ihnen in den Badeorten Sharm el-Sheikh und Hurghada. Sie bekommen von den dramatischen Ereignissen in den ägyptischen Städten kaum etwas mit und nach derzeitigem Stand der Dinge droht ihnen auch keine Gefahr (siehe rechts). Aber all jene Österreicher, die in den nächsten Wochen Ägypten-Flüge gebucht haben, sind mehr als verunsichert. Sollen sie, müssen sie ihren Urlaub tatsächlich in Kürze antreten?
Nein, sie müssen nicht! Eine offizielle Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums, die auf ganz Ägypten, also auch auf die Touristen-Hochburgen ausgedehnt wurde, zwingt auch jene Reiseveranstalter zu Gratis-Umbuchungen oder Stornierungen, die dies angesichts der derzeit ruhigen Lage in Sharm el-Sheikh und Hurghada wohl nicht freiwillig tun würden.
Etliche Urlauber lassen sich durch die dramatischen Ereignisse in den ägyptischen Städten aber nicht irritieren, da sie ohnedies nur einen Badeurlaub am Roten Meer geplant haben. Alle Ägypten-Flüge von Flyniki von und nach Salzburg an diesem Wochenende finden daher statt. Und fast alle sind gut besetzt. Nur wenige hätten das Angebot genützt, ihren Flug kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren", sagt Niki-Sprecherin Milene Platzer. Ab Anfang der kommenden Woche rechnet die Reiseveranstalterin allerdings mit einem größeren telefonischen Ansturm von verunsicherten Kunden. Schließlich stehen die Semesterferien vor der Tür.
Aber aufgepasst: Österreicher, die einen Flug ab Deutschland nach Ägypten gebucht haben, haben keinen Anspruch auf eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung, weil Deutschland im Gegensatz zu Österreich noch keine Reisewarnung ausgesprochen hat.
In Wien tagt im Außenministerium auch am Wochenende ein Krisenstab. Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal berichtete gestern nach einer Sitzung, heimische Teams seien in den Badeorten eingetroffen, ein weiteres nach Kairo unterwegs, um Urlaubern, die rasch heimfliegen wollen, zu helfen. Größer angelegte Rückholaktionen seien aber derzeit nicht geplant.
Die österreichischen Unterstützungsteams werden sich am Roten Meer und in Kairo mit Reiseveranstaltern und Fluglinien vernetzen, um heimischen Touristen dort behilflich zu sein. Die Lage werde im Außenamt jedenfalls als "sehr unübersichtlich" eingeschätzt, kommentiert Launsky-Tieffenthal: "Es bleibt daher bei unserer Reisewarnung."










