Joel klagt an
Gesellschaftliche Abgründe tun sich auf, wenn man die Hintergründe des Todes von Joel ausleuchtet. Der 13 Jahre alte Kärntner hatte sich das Leben genommen, weil er im Internet verunglimpft worden und mit diesem "Cyber-Mobbing" nicht mehr fertig geworden war. Der Fall Joel berührt uns nicht nur deshalb besonders, weil er sich praktisch vor unserer Haustüre abspielte. Er öffnet uns die Augen dafür, dass die heile Welt im Internet nur eine Illusion ist und Joel nicht das erste Opfer solcher Hetzjagden, zu denen unreife Jugendliche von gewissenlosen Geschäftsmachern geradezu aufgefordert werden. "Verarsche deine Freunde . . ." und schlimmer heißt es da auf Websites und der Gesetzgeber schaut tatenlos zu. Bezeichnend sind sie häufig in den USA registriert, wo Eigentumsrechte höherwertiger sind als Persönlichkeitsrechte.
Aber auch in der alten Welt steht man den aktuellen Phänomenen nicht besser gewappnet gegenüber. Bei uns ist Cyber-Mobbing kein Straftatbestand, sondern ein Bagatelldelikt. Ein totes Kind klagt diesen Zynismus an, den der Gesetzgeber schnellstens abstellen muss!











