Australier beweisen nach Flut Zusammenhalt
Nachdem sich das Wasser in Brisbane zurückgezogen hat, sind die Aufräumarbeiten in vollem Gang. Manuel Wieser lebt seit zwei Jahren in der Millionenstadt und berichtet der Kleinen Zeitung DIGITAL von Zusammenhalt und Nationalstolz.

Foto © Manuel WieserMüllberge türmen sich vor den Häusern
Dass schlimme Ereignisse den Zusammenhalt unter Betroffenen meist stärken, beweist sich zurzeit in Australien. Manuel Wieser, Student aus Kärnten, lebt seit zwei Jahren in dem betroffenen Gebiet und berichtet von tausenden freiwilligen Helfern, die nach Brisbane strömten und strömen, um sich an den Aufräumarbeiten zu beteiligen.
Busse voller Helfer
"Es waren sogar so viele freiwillige Helfer, dass es teilweise zu massiven Staus gekommen ist, da niemand zur Arbeit gegangen ist und alle helfen wollten", so Wieser. Die Stadtverwaltung organisierte daraufhin Shuttlebusse, um die Leute dorthin zu bringen, wo sie auch wirklich gebraucht wurden.
Der Student erzählt weiter von einem Zusammengehörigkeitsgefühl, einem Nationalstolz, der wohl auch durch die Medien beeinflusst ist. Diese lassen die Hilfsbereitschaft der Australier und den Zusammenhalt hochleben: "Auch wenn die Natur noch so viel Schaden anrichtet, man hält zusammen und baut wieder auf."
Preiserhöhungen durch Ernteeinbußen
Der durch die Flut verursachte Schaden ist währenddessen enorm: Vor den Häusern in den betroffenen Gebieten türmen sich Berge von Müll, alles sei mit einer braunen Schlammschicht überzogen. Immobilienpreise seien teilweise um bis zu 75 Prozent gefallen, so Wieser. "In den Supermärkten gibt es immer noch wenig Gemüse und Obst. Vermutlich werden sich die Preise bald drastisch erhöhen, weil sehr viel von der Ernte zerstört wurde."
Sogar Hausbesitzer, die eine Flutversicherung abgeschlossen haben, können sich nicht darauf verlassen, den entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen. Im Kleingedruckten der Polizzen stehe laut Wieser nämlich meist, die Versicherung gelte allein für "Sturmfluten" und schließe eine Flut durch den Anstieg des Flusses nicht mit ein.














