Kreditkartenbetrüger in Wien entlarvt
Ein 30-jähriger Betrüger hat seit Anfang 2010 mit gefälschten Kreditkarten einen Schaden von rund 700.000 Euro angerichtet. Österreichische Karteninhaber waren nicht betroffen. Der Mann verwendete Daten von Amerikanern.

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Ein "dicker Fisch", so die Ermittler des Landeskriminalamts Wien (Außenstelle Ost), ist Fahndern ins Netz gegangen. Ein 30-jähriger Betrüger hatte ab Beginn 2010 mit gefälschten Kreditkarten - ausschließlich mit Daten von Amerikanern - bei Fahrbahnautomaten massenweise Monatskarten etc. gekauft und dann weiter veräußert. Die Schadenssumme soll rund 700.000 Euro betragen.
Geschnappt wurde der Mann bereits im Juli 2010 am Bahnhof Wien-Meidling. Die Kreditkartendaten dürften von Internetforen in Russland gestammt haben, hieß es am Montag in Wien.
"Wir haben Anfang 2010 im internationalen Clearing-Verfahren festgestellt, dass wir zunehmend Reklamationen von Karteninhabern in Amerika bekamen. (...) Österreichische Karteninhaber waren nicht betroffen", sagte PayLife-Direktor Peter Neubauer in Wien. Das Unternehmen wickelt die Zahlungen für eine ganze Reihe von Kreditkartenunternehmen in Österreich ab, man ist international vernetzt.
PayLife meldete Auffälligkeiten
PayLife wandte sich schließlich an die Wiener Polizei. Gerald Goldnagl vom Wiener Landeskriminalamt: "Es ging um betrügerisch verwendete Kredikartendaten. Die Inhaber stammten alle aus Amerika und waren zum Tatzeitpunkt nicht in Österreich aufhältig. Gemeinsames Charakteristikum der Fälle: Da wurden offenbar gefälschte Kreditkarten verwendet, auf die man die Kartendaten von Amerikanern 'aufgespielt' hatte. Und dann waren da auch noch die spezifischen Tatorte bzw. das direkte Betätigungsfeld für die kriminellen Akte. Der Kriminalist: "Es wurde eine Unmenge von Fahrkarten bzw. Monats-Netzkarten an den Fahrkartenautomaten gekauft."
Die Kriminalisten vernetzten schließlich die Daten über die Käufe mit Video-Sequenzen aus den ÖBB-Kameras. Am 20. Juli war es soweit: Am Bahnhof Wien-Meidling wurde der Nikolai K. (30), wohnhaft in Wien, in flagranti festgenommen. Der Mann legte ein Teilgeständnis ab.
Insgesamt gab es rund 5.000 strafbare Handlungen. Der gebürtige Armenier befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Woher die Kreditkartendaten kamen? Goldnagl: "K. dürfte sie von russischen Internet-Foren erhalten haben und hatte 15 duplizierte Plastikkarten bei sich. (...) Er hat ausgesagt, 1.700 Euro zweimal überwiesen zu haben. Damit hat er rund 140 Kreditkartendaten bekommen." Auf größere Geldsummen stießen die Ermittler bei K. nicht. Unklar ist auch, ob nicht Hintermänner wirklich "abgesahnt" haben.











