Trend der globalen Erwärmung ungebrochen

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Begriffe wie "kältestes Jahr aller Zeiten" oder "heißester Sommer seit Menschengedenken" lösen bei den Wetterexperten meist nur Naserümpfen aus. Dementsprechend wenig können die Klimatologen der ZAMG in Wien mit dem Ergebnis der UN-Organisation für Meteorologie (WMO) anfangen, die zum Schluss kam, das vergangene Jahr sei das wärmste in der Geschichte gewesen.
"Eine globale Temperatur der Erde gibt es nicht bzw. kennt sie niemand ganz exakt", erklärte Reinhard Böhm, fügte jedoch hinzu: "Ganz egal, ob nun ein neuer Rekord erreicht wurde oder nicht, der Trend der globalen Erwärmung ist ungebrochen."
Berechnungsarten gebe es viele, weshalb es bei den Resultaten stets zu kleinen Unterschieden komme. Wenn es um die Spitzenplätze geht, gelten ähnliche Regeln wie im Sport: Die Topwerte liegen extrem dicht beisammen. 0,05 Grad Differenz entscheiden im Moment zwischen dem wärmsten und drittwärmsten Jahr.
Der 263 Jahre umfassende HISTALP-Datensatz der ZAMG zeigt für tiefe Lagen in Österreich ein ganz ähnliches Bild. Auch in der Alpenrepublik beträgt die Abweichung rund plus 0,51 Grad. "Damit landet das Jahr 2010 in Österreich aber 'nur' auf Rang 41", so Böhm.
Dass viele Österreicher das Jahr 2010 als kalt empfunden haben, erklärt Klimaexperte Böhm folgendermaßen: "Seit den 1990er Jahren haben wir in Österreich - mit einer Ausnahme, nämlich 1996 - im Vergleich zum Mittel 1961 bis 1990 ausschließlich zu warme Jahre erlebt. Das Jahr 2010 lag nun etwa 0,6 Grad unter dem österreichischen Temperaturniveau der vergangenen 20 Jahre, dadurch der zu kalte Eindruck."
Während Österreich 2010 in Bezug auf die Temperaturabweichung dem globalen Trend entsprach, gab es auch teils massive Ausreißer nach unten bzw. oben. In Teilen Norwegens erlebte man zum Beispiel mit einer Abweichung von gut minus zwei Grad das kälteste Jahr seit 1979, von der Hudson Bay (Kanada) bis zum Südwesten Grönlands lag hingegen die Durchschnittstemperatur vier Grad über dem Mittel. "In Summe überwiegen weltweit die Regionen mit den positiven Temperaturabweichungen", analysierte Böhm. Dadurch ergebe sich ein global gesehen "ausgesprochen warmes" Jahr 2010.










