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Zuletzt aktualisiert: 15.01.2011 um 19:54 UhrKommentare

Vom Gailtal an den spanischen Königshof

Albin Josef Unterwelz, Försterbub aus dem Gailtal, verbrachte einige Jahre in Spanien. Seine Briefe dokumentieren ein anfangs aufregendes, später langweiliges Leben.

Albin Josef Unterwelz als Leibjäger in wien (links) und mit seiner Frau Kathinka 1916 in Rosegg

Foto © KK/PrivatAlbin Josef Unterwelz als Leibjäger in wien (links) und mit seiner Frau Kathinka 1916 in Rosegg

Eine spannende Biografie stellt die Historikerin Bianca Kos in der jüngsten Carinthia I, der Hauptpublikation des Geschichtsvereins für Kärnten, vor. "Durch eine Freundin, die zu den in Velden und Viktring lebenden Nachfahren von Albin Josef Unterwelz gehört, bin ich an die Briefe dieses interessanten Mannes gekommen", erzählt Kos. Die in Kurrent verfassten Unterlagen mussten erst transkribiert werden und liegen nun in einer lustvoll zu lesenden Auswahl dem Beitrag der Carinthia zugrunde.

Albin Josef Unterwelz, in der Familie Pepi genannt, wurde am 22. Mai 1861 in Potschach bei Hermagor geboren. Der Försterbub besuchte nach der Volksschule die Ackerbauschule in Klagenfurt und startete eine Karriere als Forstadjunkt und Leibjäger bei Fürst Friedrich Liechtenstein in Rosegg.

Weg nach Spanien

Doch den feschen Pepi hielt es nicht lange in Kärnten. Von Unternehmungs- und vielleicht auch Abenteuerlust angestachelt, verschlug es ihn 1885 einmal nach Wien, wo er in den Dienst des Barons Theodor von Schloißnig trat. Sein Brotherr stand in engem Kontakt mit Erzherzogin Elisabeth, der Mutter von Maria Christine, die den spanischen König Alfons XII. geheiratet hatte, mit 27 Jahren - damals hochschwanger - Witwe wurde und nach der Geburt ihres Sohnes die Regierungsgeschäfte auf der Iberischen Halbinsel übernahm. Schloißnig reiste nach Spanien - und der Pepi aus dem Gailtal kam mit.

Blutiger Stierkampf

Ans Leben in Spanien gewöhnte er sich schwer. Allein vom Stierkampf war er entsetzt. "Dieses Schauspiel ist wohl nur für die Spanier, die kein Gefühl für sterbende Tiere haben", schrieb er nach einem Besuch in der Arena. Später fand er durchaus Gefallen am mondänen Leben am Königshof, wo viel getanzt, geflirtet - "Besonders die Frauen machen mir stets ihre Houneurs. Natürlich bin ich auch ihnen gegenüber stets ein galanter Cavalier und mache jeder den Hof" - und üppig gespeist wurde. Zum Gabelfrühstück gab es Eier, Fisch, Fleisch, Gemüse, Käse, Obst und Wein.

1890 hatte Pepi die Nase jedoch voll. "So recht langweilig ist es. Am liebsten wäre ich auf der Egger Alpe." 1891 kam er zurück in die Heimat, verdingte sich erneut beim Fürsten Liechtenstein, heiratete Kathinka Malota und beschloss sein Leben am 20. November 1931 in Velden, als das spanische Königshaus schon längst Geschichte war.

ULRIKE GREINER

Fakten

Die Autorin. Bianca Kos, geboren in Graz, studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Klagenfurt. Sie war auch lange als Publizistin tätig.

Der Beitrag. Die Carinthia I, in welcher der Beitrag über Albin Josef Unterwelz erschienen ist, ist eine der Publikationen des Geschichtsvereins für Kärnten und wird Mitgliedern kostenfrei übermittelt. Das Büro liegt in der Museumgasse 2 in Klagenfurt. Nähere Informationen unter Telefon 0463/ 536-30573.

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