Schock mit 23: Holländerin war Kärntner Adoptivkind
Bei ihrer Hochzeit erfuhr Adele de Leeuw, dass sie in Klagenfurt adoptiert wurde. Sie fand ihre Mutter, aber die verriet nicht, wer ihr Vater ist.

Foto © KKFrau de Leeuw ist heute erfolgreiche Künstlerin und Lehrerin
Adele de Leeuw war eine ganz normale Holländerin aus der Nähe von Leiden. Dachte sie. Bis sie 23 war, heiraten wollte und ihre Geburtsurkunde brauchte. "Da kam heraus, dass ich am 11. Juni 1960 im LKH Klagenfurt geboren und sofort zur Adoption freigegeben worden war. Meine ,Eltern' nahmen mich ein paar Tage später mit nach Holland."
Keinen Erinnerung an Erzeuger
In der Schweiz fand sie ihre Mutter, die mit 17 und 19 uneheliche Töchter zur Welt brachte, in jener Zeit eine soziale Katastrophe. "Meine biologische Mutter wusste, wer der Vater meiner älteren Schwester war. An meinen Erzeuger konnte sie sich angeblich nicht mehr erinnern."
Die heute 50-Jährige nahm das hin, bis ihre eigenen Kinder im Alter von etwa zehn Jahren wissen wollten, wer ihr Opa ist. "Also habe ich mit Mitte 30 angefangen, meinen Vater zu suchen."
Die Faktenlage ist mager: Ihre damals 19-jährige Mutter hieß Anna Maria Paul, ist am 22. Jänner 1941 in Steyr geboren und lebte 1960, zurzeit von Adeles Geburt, in der Pischeldorfer Straße 6 in Klagenfurt.
Im Nachhinein wurde de Leeuw einiges klar: "Ich hatte ein ganz anderes Temperament als meine holländischen Verwandten. Die waren ganz anders als ich. Und ich hatte auch nie ein sehr gutes Verhältnis zu den Familienangehörigen."
Trotz ihrer irritierend-dramatischen Lebensgeschichte hat sie Freude an ihrem Leben. Sie ist Lehrerin für Zehn- bis Zwölfjährige und steht nach fünf Jahren Kunststudium im Examen: "Ich bin nicht depressiv, sondern froh, dass ich in Holland aufgewachsen bin, weil es ein gutes Land ist. Ich habe zwei fantastische Kinder, liebe Freunde, jeden Tag Spaß mit meinen Schülern."
Fehlt eigentlich nur noch der (Groß-)Vater . . .











