Dioxin-Fleisch kam möglicherweise in den Handel
Mit Dioxin verseuchtes Schweinefleisch ist vermutlich entgegen der Versicherung der deutschen Behörden in den Handel gelangt. Nach Angaben des Ministeriums stehe außerdem fest, dass das Unternehmen bereits seit März 2010 giftiges Futterfett verkauft hat.

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Mit dem Ultragift Dioxin verseuchtes Schweinefleisch ist einem Zeitungsbericht zufolge vermutlich entgegen der Versicherung der deutschen Behörden in den Handel gelangt. Noch vor der Schließung eines Schweinemast-Betriebes in Niedersachsen wegen dioxinbelastetem Futtermittel seien Ende Dezember rund 100 Tiere geschlachtet worden, heißt es in einem Vorab-Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Das niedersächsische Agrarministeriums hatte erst am Dienstag erklärt, belastetes Schweinefleisch sei nicht in den Handel gelangt. Bei einer Probeschlachtung im Landkreis Verden waren unzulässige Dioxin-Belastungen festgestellt wurden. Deshalb sollen nun 140 Schweine getötet und entsorgt werden. Zuvor war Dioxin lediglich in Eiern und Hühnerfleisch entdeckt worden. Das Dioxin gelangte über den Futterfett-Hersteller Harles Jentzsch in Schleswig-Holstein in den Lebensmittelkreislauf. Vorsorglich war über Tausende Höfe eine Handelssperre verhängt worden. Diese wurde für die meisten Betriebe inzwischen wieder aufgehoben.
Über längere Zeit hergestellt
Nach Erkenntnissen des schleswig-holsteiner Landwirtschaftsministeriums hat der Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch auch an seinem Firmensitz in Uetersen systematisch über längere Zeit mit Dioxin belastetes Futterfett hergestellt und ausgeliefert. Diese Fette seien aber wesentlich weniger belastet gewesen als die Ware aus dem illegalen Mischwerk der Firma im niedersächsischen Bösel, sagte Ministeriumssprecher Christian Seyfert dem "Westfalen-Blatt" (Mittwochsausgabe). Bisher war nur von einer Verunreinigung im Werk in Bösel berichtet worden.
Nach Angaben des Ministeriums stehe außerdem fest, dass das Unternehmen bereits seit März 2010 giftiges Futterfett an Mischfutterhändler verkauft hat. Dazu gebe es Proben aus den Monaten März, Mai und September. Dies seien deutliche Hinweise, dass längere Zeit systematisch belastetes Futterfett hergestellt und verkauft wurde, sagte Seyfert dem "Westfalen-Blatt". Diese Rechtsverstöße seien nicht zufällig, sondern mit Wissen der Unternehmensleitung erfolgt. Harles und Jentzsch werde daher in den nächsten Jahren keine Zulassung als Futtermittelhersteller mehr bekommen, sagte der Sprecher.











