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Zuletzt aktualisiert: 02.01.2011 um 16:53 UhrKommentare

Prominente fordern Freilassung von deutschen Journalisten

100 Vertreter aus Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur forderten in der "Bild am Sonntag"-Kampagne die Freilassung zweier inhaftierter Mitarbeiter der Zeitung.

Die inhaftierten Reporter Jens Koch und Marcus Hellwig durften Ende Dezember von Verwandten besucht werden

Foto © ReutersDie inhaftierten Reporter Jens Koch und Marcus Hellwig durften Ende Dezember von Verwandten besucht werden

100 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport haben in der deutschen Zeitung "Bild am Sonntag" an den Iran appelliert, zwei inhaftierte Reporter des Blattes freizulassen. Die beiden mit einem Touristenvisum eingereisten Journalisten wurden am 10. Oktober festgenommen. Sie hatten den Sohn der wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani ohne die im Iran erforderliche Genehmigung interviewt.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle forderte in der Zeitung laut einem Vorausbericht, dass die beiden deutschen Reporter "so schnell wie möglich freikommen und nach Deutschland zurückkehren". Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnte demnach vor Konsequenzen: "Ein Staat, der wie der Iran ständig um Verständnis wirbt, sollte darauf achten, dies nicht auf anderen Gebieten zu verspielen." SPD-Chef Sigmar Gabriel nannte die Freilassung "nicht nur eine Frage der Pressefreiheit und der Menschenrechte, sondern auch ein Gebot der Humanität".

Gegen Willkür im Iran

Für die Wirtschaft schlossen sich u.a. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Telekom-Vorstandsvorsitzender Rene Obermann, BMW-Chef Norbert Reithofer und Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube der Forderung an. Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte: "Ein Land, das in der Welt respektiert werden will, sollte auch die Pressefreiheit respektieren."

Namhafte Künstler wie Udo Jürgens, Maria Furtwängler, Peter Maffay und Udo Lindenberg verwenden sich laut dem Vorausbericht ebenfalls für die Freilassung der Reporter. Die rumäniendeutsche Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller erinnert die Willkür im Iran demnach "an die Schauprozesse der stalinistischen Diktaturen in Osteuropa. Auch damals war das Hinschauen des Westens bitter nötig. Und bis zum Zusammenbruch dieser Regime waren Verfolgte auf mutige Journalisten aus dem Westen angewiesen." Sie hoffe, "dass der Iran die beiden Journalisten nicht als Faustpfand benutzen will für andere Interessen".

"Schande übers Land gebracht"

Zu den prominenten Sportlern, die die Freilassung der Journalisten fordern, gehören unter anderem Nationalspieler Philipp Lahm, Handball-Bundestrainer Heiner Brand, Fußball-Trainer Felix Magath, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, Rennfahrer Michael Schumacher, Franz Beckenbauer und Günther Netzer.

Medienberichten zufolge will die zum Tode verurteilte Iranerin Ashtiani die beiden Deutschen verklagen. Laut BBC warf sie ihnen vor, Schande über sie und das Land gebracht zu haben. "Wieso sind sie hierhergekommen und haben sich als Journalisten ausgegeben?", habe die Verurteilte auf einer Pressekonferenz gesagt.


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