Eis, Fels und Lawinen sind ihre Einsatzorte
79 Alpinpolizisten sind in Kärnten für Spezialaufgaben im Gebirge ausgebildet. In sehr schwierigen Fällen kommen Polizeibergführer zum Einsatz.

Foto © KK/PolizeiEisklettern im Maltatal: Polizeibergführer durchlaufen die höchste Ausbildungsstufe bei der Alpinpolizei; Polizeihubschrauber Libelle
Die Polizei, die auch klettern kann: Das ist - vereinfacht auf den Punkt gebracht - die Alpine Einsatzgruppe (AEG) im Kärntner Landespolizeikommando. Natürlich können die Kärntner Alpinpolizisten mehr, als nur klettern. "Jedes Jahr absolvieren die Beamten vier Ausbildungskurse", sagt der Ferlacher Josef Bierbaumer, Ausbildungsleiter der Kärntner Alpinpolizei. "Und zwar den Winterkurs für Pisteneinsätze im organisierten Schiraum, den Schitourenkurs mit Schwerpunkt Lawinenkunde, den Eiskurs für Einsätze im hochalpinen Gelände und auf Gletschern, den Kletterkurs mit Schwerpunkt Sommerbergsteigen und Klettern."
79 Alpinpolizisten gibt es derzeit in Kärnten. Stationiert sind sie bei fünf Alpinen Einsatzgruppen auf Polizeiinspektionen in allen Bezirken. In Zusammenarbeit mit Bergrettung und Flugrettung bergen sie Wanderer, Bergsteiger, Schifahrer, Snowboarder aus alpinen Notsituationen, ermitteln und protokollieren den jeweiligen Unfallhergang.
Zwei Beamte sind sogar hauptberuflich als Alpinpolizisten engagiert: Bruno Maierbrugger, Leiter der (kärntenweit größten) Alpinen Einsatzgruppe Bezirk Spittal und Heribert Patterer in Kötschach-Mauthen.
Die "Elite" unter den 79 Beamten sind die Polizeibergführer, derzeit 30 an der Zahl. "Das ist die höchste Ausbildungsstufe", erklärt Bierbaumer. "Sie werden für sehr heikle, extrem schwierige Einsätze herangezogen."
Apropos Einsätze: Die Polizei-Bilanz vom 1. November 2009 bis 31. Oktober 2010 weist 439 Alpinunfälle, 20 Lawineneinsätze und 17 Alpintote aus (Vergleichszahlen 2008/2009: 451/sechs/14). Auf den Pisten ereigneten sich 2009/2010 187 Schiunfälle mit Fremdverschulden, davon 56 mit Fahrerflucht (2008/2009: 183/53).











