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Zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 um 19:43 UhrKommentare

Der Dicke hielt Spanien in Atem

In Spanien wurden bei der Weihnachtslotterie, dem größten Glücksspiel der Welt, Gewinne in Milliardenhöhe verteilt. Sieger und Fiskus jubeln.

Foto © AP

Ein Los gegen die Krise", rief der Lottoverkäufer, der auf Madrids berühmtestem Platz, Puerta del Sol, seinen Stand aufgebaut hatte. Die Geschäfte liefen heuer weniger gut: "Die Krise!", jammerte er.

2,3 Mrd. Euro an Gewinnen ausgeschüttet

Kurz vor dem Heiligen Abend hat die spanische Weihnachtslotterie aber doch Gewinne im Gesamtwert von 2,3 Milliarden Euro ausschütten können. Bei der Ziehung der Glückslose für die größte Lotterie der Welt entfiel der erste Hauptgewinn von jeweils drei Millionen Euro auf die Lose mit der Nummer 79250. Da alle Losnummern jeweils 195-mal verkauft wurden, wird auch der Hauptgewinn, genannt El Gordo (der Dicke), 195-mal ausgezahlt.

Die Gewinne gingen an Loskäufer aus allen Teilen Spaniens, unter anderem nach Barcelona, Madrid und Alicante. Die diesjährige Glückszahl ist die höchste, die in der fast 200-jährigen Geschichte für den "Dicken" gezogen wurde. Die Losnummern reichen bis 85.000. Der zweite Preis in Höhe von je einer Million Euro pro Los ging an die Nummer 00147. Millionen Spanier verfolgten die Ziehung im Fernsehen.

Da ein ganzes Los 200 Euro kostet, kaufen die Spanier sich normalerweise nur Anteile in Form von Zehntellosen oder teilen sich Gemeinschaftslose mit Freunden und Kollegen. Dies hat zur Folge, dass die Millionengewinne nicht auf Einzelne entfallen, sondern oft auf ganze Orte. So verhilft die Weihnachtslotterie Zehntausenden Spaniern zu einer vorzeitigen Bescherung. Für den Kauf der Lose gaben die Spanier heuer 2,7 Milliarden Euro aus, weniger als 2009. Die Gewinne, die auf nicht verkaufte Lose entfallen, gehen an die Staatskasse. Zudem kassiert der Fiskus 25 Prozent der Einsätze. Spaniens Premier Jose Luis Zapatero will die Lotterien 2011 teilprivatisieren, was fünf Milliarden Euro bringen könnte.

Damit den Gerüchten über den möglichen Euro-Rettungsschirm für Spanien zumindest etwas entgegengehalten werden kann.

RALPH SCHULZE, MADRID

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