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Zuletzt aktualisiert: 21.12.2010 um 17:20 UhrKommentare

"Pummerin" im Stephansdom wird 300 Jahre alt

Foto © APA

Österreichs berühmteste Glocke, die "Pummerin" im Wiener Stephansdom, feiert im kommenden Jahr ihren 300. Geburtstag. Das gusseiserne Wahrzeichen blickt bereits auf zwei Leben zurück: Die "alte Pummerin" hatte ab 1711 im Südturm gehangen, 1945 wurde sie durch den Brand des Domes zerstört. Ihre Nachfolgerin, die "neue Pummerin", wurde 1952 geweiht.

"Sie wird als die 'Stimme Österreichs', als die 'Königin der Glocken Österreichs' bezeichnet", erklärte Dompfarrer Toni Faber im Interview mit der APA. Er sei "sehr, sehr dankbar und auch ein bisschen stolz", so eine bekannte Glocke in "seiner" Kirche hängen zu haben.

Sowohl die alte als auch die neue Glocke hätten eine besondere Symbolkraft für die Österreicher: Die alte Pummerin wurde aus rund 200 erbeuteten türkischen Kanonen als Dank für die Befreiung Wiens gegossen. Die "neue Pummerin" entstand nach Ende des Zweiten Weltkrieges: "Sie hat mit dieser Symbolkraft des wiedererstandenen Österreichs eine ganz besondere Bedeutung erlangt", unterstrich Faber.

Doch nicht nur ihre Symbolkraft, sondern auch die raren Momente ihres Läutens machen laut Faber die "Pummerin" zu einer besonderen Glocke: "Gerade die seltenen Anlässe machen sie zu einem ganz besonderen Werkzeug im Dienste des Friedens in diesem Land." Sie erklingt neben dem Jahreswechsel regulär nur zehnmal im Jahr. Weiters läutet die Pummerin zu besonderen Ereignissen, etwa bei der bestätigten Todesnachricht des Papstes oder nach dessen Wahl.

Fast hätte die Pummerin nur mehr eine limitierte Lebenszeit vor sich gehabt: In einer wissenschaftlichen Untersuchung sei ein "erschreckender Befund" festgestellt worden, wonach die Lebensdauer der neuen Pummerin auf 300 Jahre begrenzt sei, berichtete Faber. Abhilfe soll nun ein neuer, leichterer Klöppel schaffen: "Damit wird die Lebensdauer der Pummerin auf 3.000 Jahre erhöht", freute er sich.

Quelle: APA

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