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Zuletzt aktualisiert: 16.12.2010 um 16:16 UhrKommentare

Verdeckte Ermittlerin im Tierschützer-Prozess

Am 63. Verhandlungstag im Wiener Neustädter Prozess gegen 13 Tierschützer war es soweit: Die bereits zweimal verschobene Einvernahme der verdeckten Ermittlerin "Danielle Durands", die über ein Jahr im Verein gegen Tierfabriken (VgT) aktiv war, begann - kontradiktorisch im Nebenzimmer, übertragen über eine Videoleinwand. Die Befragung brachte aber nur Erinnerungslücken und wenig Spannendes zutage.

Im Internet habe die von April 2007 bis Juli 2008 als Französisch-Studentin getarnte Agentin von den wöchentlichen Demonstrationen vor Kleider Bauer erfahren und sich über die Lebens- und Denkweise der Veranstalter informiert. Richterin Sonja Arleth wollte daraufhin wissen, worin dabei der Zusammenhang mit den Anschlägen bestanden habe, welche die Soko aufklären sollte. "Diese Frage kann ich nicht beantworten", so die Zeugin. Sie wisse auch nicht, ob bestimmte Personen ins Auge gefasst wurden. "Mein Auftrag war es, gegen unbekannte Täter verdeckt zu ermitteln. Ziel war es, gefährliche Angriffe abzuwenden", sagte sie wie schon ihr polizeilicher "Führer" am Vortag.

Inwieweit habe man erwartet, Erkenntnisse zur Gefahrenabwehr bei den Demos zu gewinnen, fragte die Richterin. "Ich versteh' die Frage nicht ganz", war die Antwort. Es habe die Möglichkeit bestanden, dass die Aktivisten dort gefährliche Angriffe planen, sich absprechen - etwa für "Jagdstörungen, Tiertransporterblockaden....und andere Straftaten", führte sie dann weiter aus. Auch bei Besprechungen im Büro des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) - laut Strafantrag die "Kommandozentrale" der kriminellen Organisation - sei sie gewesen. Während ihrer Anwesenheit wurden dort u.a. Transparente gemalt, Buttons gebastelt und Unterlagen kuvertiert, so die Zeugin. Strafrechtlich Relevantes habe sie nie gelesen, gehört oder gesehen.

Ein Nahverhältnis zu dem Zweitangeklagten, über das dieser mit Medien gesprochen hatte, bestritt "Durand": "Es gab kein sexuelles Verhältnis, wie es in den Medien berichtet worden ist", betonte die Frau. Die Berichte darüber seien kränkend und diffamierend.

Quelle: APA

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