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Zuletzt aktualisiert: 13.12.2010 um 16:54 UhrKommentare

Ein "Playboy" auf der Suche nach einer Zweitfrau

Freundlich und unauffällig: Der Attentäter von Stockholm wahrte nach außen hin die freundliche Fassade, doch dahinter lebte der dreifache Vater ein Doppelleben. Die Ermittler gehen indes davon aus, dass Taimur Abdel Wahab beim Anschlag Mithelfer hatte.

Der Anschlag in Stockholm ging glimpflich aus

Foto © APDer Anschlag in Stockholm ging glimpflich aus

Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Selbstmordanschlags vom vergangenen Samstag in Stockholm laufen auf Hochtouren. Als wahrscheinlichen Täter hat die schwedische Justiz mittlerweile offiziell den 28-jährigen Taimur Abdel Wahab bezeichnet. Indessen wird auch in Großbritannien ermittelt, wo sich Wahab einige Jahre lang als Student aufgehalten hatte. Die schwedische Polizei verstärkte am Montag ihre Präsenz im ganzen Land. Zu "98 Prozent" sei davon auszugehen, dass es sich bei dem Täter und somit dem nach einer der beiden am Samstag gemeldeten Explosionen gefundenen Toten um Taimur Abdel Wahab handelte, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Tomas Lindstrand am Montag in Stockholm.

"Playboy" auf der Suche nach Zweitfrau

"Playboy" in modischer Kleidung, rechthaberisch, hochbegabt und im Internet auf der Suche nach einer Zweitfrau: Das Dunkel um den Selbstmordattentäter von Stockholm hat sich am Montag ein Stück weit gelichtet, ohne dass die entscheidende Frage beantwortet wäre: Was bringt einen 28-jährigen Vater von drei Kindern dazu, mit Sprengstoff bepackt den Mord an möglichst vielen Menschen beim Weihnachtseinkauf anzustreben und das eigene Leben dabei wegzuwerfen?

"Gehen davon aus, dass er Mithelfer hatte"

Die Stockholmer Fahnder hielten sich mit Angaben über den toten Attentäter weiter betont zurück. "Wir gehen davon aus, dass er Mithelfer hatte", erklärte Staatsanwalt Thomas Lindstrand. Das war's schon fast. Und dass der Anschlag, bei dem gottlob nur zwei Passanten leicht verletzt worden waren, wohl durch einen Fehler des Täters für alle Anderen glimpflich ausgegangen ist: Eine der ihm umgeschnallten sechs Rohrbomben war zu früh detoniert.

Wahab stammt angeblich aus dem Irak. 1992 soll er von Bagdad nach Schweden übersiedelt und dort eingebürgert worden sein, bevor er 2001 zum Studium nach England ging. In der Stadt Luton soll er angeblich in den selben Kreisen verkehrt sein wie die Attentäter auf die Londoner U-Bahn Anfang Juli 2005. Seine Frau und drei Kinder leben Medienangaben zufolge in Großbritannien. Den Geheimdiensten sei Wahab vor dem Anschlag nicht bekanntgewesen. Die britische Polizei untersuchte am späten Sonntagabend ein Haus in der Grafschaft Bedfordshire nördlich von London.

Verbindung zur Al Kaida?

Laut dem auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE könnte der Stockholmer Attentäter im Auftrag des irakischen Arms des Terrornetzwerks Al-Kaida gehandelt haben. In seinem Testament habe sich Wahab auf Terrordrohungen des irakischen Al-Kaida-Ablegers "Islamischer Staat Irak gegen Schweden" bezogen.


Fakten

Am Samstag hatten sich in der Stockholmer Innenstadt zwei Explosionen ereignet, bei denen zwei Menschen leicht verletzt wurden. Der mutmaßliche Attentäter kam dabei ums Leben. Lindstrand sagte weiters, das Attentat sei offenbar "gut vorbereitet" gewesen. Deshalb gehe man von Helfern bei der Vorbereitung aus. Es gebe aber bisher keine weiteren, konkret Verdächtigen.

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