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Zuletzt aktualisiert: 13.12.2010 um 13:29 UhrKommentare

Eine Million Österreicher von Armut bedroht

Etwa jeder achte Österreicher lebt in einem Haushalt, dessen verfügbares Einkommen inklusive Sozialleistungen weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens ausmacht. Laut Eurostat sind Tschechen und Slowaken am wenigsten armutsgefährdet, Balten und Südosteuropäer am stärksten.

Foto © Fotalia / Bilderbox

Mehr als eine Million Österreicher sind armutsgefährdet. Etwa jeder achte Einwohner der Alpenrepublik lebt in einem Haushalt, dessen verfügbares Einkommen inklusive Sozialleistungen weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens ausmacht. Im EU-Schnitt sind 17 Prozent oder 81 Millionen Personen von Armut gefährdet, Österreich liegt mit 12,4 Prozent deutlich darunter.

Am besten vor sozialer Ausgrenzung geschützt leben laut der am Montag veröffentlichten Eurostat-Studie über "Einkommen und Lebensbedingungen in der EU" die Tschechen, Slowaken und Niederländer, wo nur 9 Prozent bzw. jeweils 11 Prozent der Personen über weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens verfügen, am höchsten gefährdet sind die Bewohner der baltischen Länder und Südosteuropas. In Lettland etwa waren es 26 Prozent, in Rumänien 23 Prozent. Alle Daten beziehen sich auf das Jahr 2008.

Kein Auto oder Telefon

Weitere 524.000 Österreicher oder 6,4 Prozent müssen mit erheblichen materiellen Entbehrungen leben. EU-weit sind es 8,5 Prozent oder 42 Millionen. Diese Personengruppe war etwa nicht in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen oder besaßen kein eigenes Auto oder Telefon. Die schlechtesten Werte weisen hier Bulgarien und Rumänien mit 41 bzw. 33 Prozent auf, die besten Werte haben Luxemburg, Schweden, die Niederlande, Dänemark und Spanien mit jeweils weniger als 3 Prozent.

Weitere 503.000 Österreicher leben in Haushalten mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit, EU-weit sind es 9 Prozent oder 34 Millionen. Diese Kategorie umfasst Haushalte, in denen die Erwachsenen im vorangegangenen Jahr weniger als 20 Prozent gearbeitet haben. Irland (14 Prozent), Ungarn, Belgien und Deutschland (je 12 Prozent) weisen hier die höchsten Anteile auf, Zypern, Luxemburg, Lettland, Litauen, die Slowakei, Estland und Schweden wiesen die geringsten Werte auf (je 5 Prozent).

Insgesamt waren 2008 über 1,5 Millionen Österreicher von mindestens einer dieser drei Kategorien betroffen, EU-weit war es mit 116 Millionen fast ein Viertel. 116.000 Österreicher fielen unter alle drei Kategorien, EU-weit waren es 7 Millionen.


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