"Das System Schule ist weit überfordert"
Bildungsministerin will die "volle Verantwortung" für die schlechten PISA-Ergebnisse tragen, das System Schule sei aber derzeit überfordert.

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"Damit keine Missverständnisse aufkommen: Als Bildungsministerin trage ich die volle Verantwortung für unsere Schulen", betonte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) bei der Präsentation der PISA-Resultate am Dienstag. Für die Zukunft hat Schmied zehn Handlungsfelder im Auge - darunter bereits begonnene Projekte wie das verpflichtende Kindergartenjahr oder die Reduzierung der Klassenschülerzahl, den Ausbau der Neuen Mittelschule und ganztägiger Schulangebote sowie der Einführung von Bildungsstandards ab 2012 sowie Offensivmittel für städtische Schulen und ein neues Dienst- und Besoldungsrecht.
Bei ihren Schulbesuchen merke sie immer wieder die Unzufriedenheit mit dem österreichischen Schulsystem, so Schmied. Drei Punkte seien für sie dabei besonders signifikant: Die Herkunft zähle in Österreich mehr als das Talent, die großen Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Schulstandorten und das Anwachsen der Gruppe der Benachteiligten von Jahr und Jahr. Aus letzterem Thema will sie "aber bitte keine Ausländerdebatte erwachsen lassen". Immerhin seien drei Viertel der Risikoschüler Einheimische. Gleichzeitig müsse man akzeptieren, dass Österreich ein Zuwanderungsland sei: Alle Kinder, die in Österreich in die Schule gingen, würden in zehn Jahren unseren Wohlstand bestimmen.
Die Ministerin hofft nun, dass sich "die konstruktiven Kräfte in der Regierung und der Gesellschaft zusammentun" und parteipolitische Schranken überwunden werden. Sie will auch für die gemeinsame Schule weiterkämpfen.
Für Schmied ist derzeit "das System Schule weit überfordert mit dem, was es aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten leisten muss". Gleichzeitig sei aber klar, dass man vieles davon nicht einfach delegieren könne: "Die Schule muss mehr Aufgaben übernehmen." Das gehe von ganztägigen Angeboten über die Sprachförderung via Teamteaching etc. Der Zustand der Schule sei derzeit von "Planwirtschaft" geprägt - alles werde über Inputs gesteuert. Dies müsse man in Richtung Kompetenzorientierung verändern - "das hat nicht immer nur mit Geld zu tun".
Zu etwaigen Fehlern wollte sich Schmied nicht näher äußern: Natürlich hätte man vieles rascher machen können - "aber wir sind eine Koalitionsregierung, und da muss man das Wünschbare hinter das Machbare zurückstellen, ohne das Wünschbare aus den Augen zu verlieren". Mit ihrer bisherigen Arbeit ist Schmied zufrieden - nicht aber mit der Umsetzung der Reformen.











