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Zuletzt aktualisiert: 28.11.2010 um 05:10 UhrKommentare

Vergebliche Suche nach Vater

66-jährige Französin will ihre Herkunft klären. Sie hat schon viel versucht. Nun hofft sie, eine Spur von Anton Rauter in Kärnten zu finden.

Mithilfe dieses Bildes versucht eine Französin in Kärnten auf die Spur ihres Vaters zu kommen

Foto © KK/PrivatMithilfe dieses Bildes versucht eine Französin in Kärnten auf die Spur ihres Vaters zu kommen

C hantal Lequentrec in Paris ist heute 66 Jahre alt. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihren Vater zu finden. "Ich will kein Geld, ich will nur wissen, wer ich bin", sagt sie. Quasi am Ende einer jahrelangen Suche hat sich die Frau nun an die Kleine Zeitung gewandt. Alle bisherigen Versuche, den Vater ausfindig zu machen, sind nämlich gescheitert. Nicht einmal der "Verein zur Klärung von Schicksalen Vermisster und Gefallener" konnte ihr bei der Suche helfen.

Und das ist die Geschichte von Chantal, mit der sie hofft, irgendwo in Österreich ihren Vater ausfindig zu machen: Im Jahr 1942 wird ein gewisser Anton Rauter, Feldwebel bei der Flugabwehr, in die französische Kleinstadt Brionne in der Normandie versetzt. Dort verliebt er sich in die Haushaltshilfe Christiane Lamy, die am 29. August 1944 die gemeinsame Tocher Chantal zur Welt bringt. Die junge Frau wird sofort nach Paris in Sicherheit gebracht. Denn Beziehungen zwischen Französinnen und Besatzern sind verpönt, gemeinsame Kinder werden als "Bastarde" oder "Hurenkinder" beschimpft.

Der Soldat aus Österreich hat seine Tochter nie gesehen. Chantal hat nie mehr etwas von ihm gehört. Diese Geschichte hat die junge Frau in Frankreich erst erfahren, als sie 18 Jahre alt war. Damals musste sie allerdings ihrer Mutter versprechen, niemals Nachforschungen anzustellen.

Daran hielt sie sich lange. Erst nach deren Tod begann sie, ihre Herkunft zu erforschen. Viel weiß sie nicht über ihren Vater: Anton Rauter hat er geheißen, war zur Zeit der Beziehung der beiden Feldwebel bei der deutschen Wehrmacht. Im Winter war er Schilehrer, im Sommer hat er auf dem Bauernhof seiner Eltern in den Bergen gearbeitet.

Name verbreitet

Die Nachforschungen in Tirol sind ergebnislos geblieben. Aus ihrem Bekanntenkreis hat Chantal erfahren, dass der Name Rauter auch in Kärnten verbreitet ist. Deshalb hat sie ihre Suche jetzt auf unser Bundesland ausgeweitet. Wer Anton Rauter auf nebenstehendem Bild erkennt oder zur Klärung seiner Identität beitragen kann, möge unter der Mail-Adresse fralacombe@chello.at mit Chantal Lequentrecs Kontaktperson in Innsbruck Kontakt aufnehmen.

ROBERT BENEDIKT

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