Berufungsprozess gegen Knox in Perugia begonnen
In der italienischen Stadt Perugia hat am Mittwoch der Berufungsprozess gegen die Amerikanerin Amanda Knox begonnen. Die 23-Jährige war wegen der brutalen Tötung der britischen Studentin Meredith Kercher im Jahr 2007 im vergangenen Dezember erstinstanzlich zu 26 Jahren Haft verurteilt worden.

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Vor Gericht erschienen Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito, der nicht rechtskräftig zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war. Beide beteuerten ihre Schuldlosigkeit. "Ich bin unschuldig und werde es immer wieder beteuern. Ich habe schreckliche Monate hinter mir, doch jetzt habe ich wieder Hoffnung, dass man mir glauben wird", sagte Knox.
Die 21-jährige Meredith Kercher war halbnackt und mit durchschnittener Kehle in der Wohnung gefunden worden, die sie gemeinsam mit Knox und zwei Italienerinnen in Perugia bewohnte. Laut Anklage wurde sie getötet, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Knox und Sollecito sollen Kercher unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen erstochen haben. Beide hatten stets ihre Schuldlosigkeit betont.
Wegen desselben Verbrechens war 2008 bereits der Ivorer Rudy Guede in einem verkürzten Verfahren zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Gegen ihn beginnt am 16. Dezember ein Prozess vor dem Kassationsgericht, der dritten und letzten Instanz im italienischen Strafsystem.
Beim Prozess in Perugia, der kurz nach Beginn aus technischen Gründen auf den 11. Dezember vertagt wurde, wollen die Staatsanwälte die Resultate neuer DNA-Tests vorlegen sowie weitere Zeugen befragen. Die Verteidiger bemängelten, dass bei den Ermittlungen viele Fehler aufgetaucht seien. Man wolle um jeden Preis die jungen Angeklagten für den brutalen Mord verantwortlich machen, betonte Anwältin Giulia Bongiorno, die Sollecito verteidigt.
Amanda Knox steht ein weiterer Prozess wegen Verleumdung bevor. Die 23-Jährige hatte mehrere Polizisten bezichtigt, sie misshandelt zu haben. Die Hauptverhandlung gegen die Amerikanerin soll im Mai 2011 stattfinden.










