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Zuletzt aktualisiert: 23.11.2010 um 07:35 UhrKommentare

Alko-Raser flüchtet quer durch Kärnten

Ein Führerscheinloser lieferte der Polizei eine 80 Kilometer lange Verfolgungsfahrt auf der Südautobahn. Erst ein Stau vor dem Gräberntunnel stoppte den Klagenfurter.

Das Fluchtauto

Foto © Herbert HollaufDas Fluchtauto

Er hat seit zehn Jahren keinen Führerschein mehr und fährt trotzdem mit dem Auto - auch betrunken. Montag, spät abends, war der 32-jährige Kärntner wieder unterwegs. Mit einem nicht zum Verkehr zugelassenen Audi V8. Auf dem 295 PS starken Wagen, der eine Spitzengeschwindigkeit von 260 Stundenkilometer erreicht, hatte er Kennzeichen montiert, die von einem 2006 abgemeldeten Wagen stammen. Gegen 23.30 Uhr fuhr der Mann am Knoten Klagenfurt-Minimundus auf die Autobahn auf. Anhaltezeichen von Revierinspektor Wilhelm Stefan, der mit Chefinspektor Gotthart Hatberger gerade im Knotenbereich Fahrzeugkontrollen durchführten, ignorierte der Klagenfurter. Mit 1,4 Promille im Blut stieg er aufs Gas und raste Richtung Villach davon. Die beiden Beamten der Autobahnpolizeiinspektion Klagenfurt nahmen die Verfolgung auf.

Mit 200 km/h unterwegs

"Die Tachonadel pendelte um 200 km/h. Im Bereich des Autobahnknotens Klagenfurt-West sah ich nur noch die Rücklichter des Audi", schildert Wilhelm Stefan." Er saß am Steuer des Polizei-VW Sharan. Mit Geschwindigkeiten jenseits der 200-Stundenkilometer raste der Audifahrer schließlich über die Nordumfahrung Richtung Graz. Via Funk lösten Stefan und Hatberger Alarm bei der Asfinag und allen, in der Fluchtrichtung verfügbaren Polizeistreifen aus.

Bei allen Tunnels und Unterflurtrassen sprangen die Ampeln auf Rotlicht. Die Autobahnabfahrten wurden mit Streifenwagen besetzt. "Der Pkw-Lenker ignorierte alle Anhalteversuche. Wir ließen uns bewusst immer wieder zurückfallen, um keine Hetzjagd zu provozieren. Andererseits mussten wir alles unternehmen, um andere Verkehrsteilnehmer so gut wie es geht zu schützen", schildert Stefan.

Nach zirka 80 Kilometern Verfolgung, beim Südportal des Gräberntunnels, hatte sich ein Stau von rund 20 Autos gebildet. Am Stauende postierten Beamte der Autobahnpolizei Wolfsberg zwei Sattelschlepper, deren Fahrer sie ausstiegen ließen. Der Flüchtende ging vom Gas, versuchte noch einmal über den Pannenstreifen zu entkommen. Wilhelm Stefan war allerdings schneller. Er öffnete die Audi-Türe und nahm den Lenker fest.

PETER KIMESWENGER

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Bild vergrößernNahm die Verfolgung auf: Wilhelm Stefan von der Autobahnpolizei KlagenfurtFoto © Peter Kimeswenger

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