Rumänien verspricht Babyglück um 2000 Euro
Kliniken in Rumänien bieten künstliche Befruchtung konkurrenzlos billig an. Eine Spezialklinik in Temesvar hat schon eine lange Warteliste. Die Kosten liegen unter 2000 Euro.

Foto © Fotalia / Sabimm
In Temesvar stehen mehr als 100 Paare aus Ungarn, Serbien, der Slowakei und Bulgarien auf der Warteliste einer privaten Klinik, die auf künstliche Befruchtung spezialisiert ist. Der Grund liegt auf der Hand: In Rumänien wird dieser Eingriff viel billiger angeboten als anderswo. Weniger als 2000 Euro kostet die gesamte Prozedur in Temesvar, weniger als in den anderen 14 Zentren für künstliche Befruchtung im Lande, weniger als in Ungarn (2300 Euro), in Griechenland (4500 Euro) oder den USA (18.000 Dollar).
"Ich habe vor sieben Monaten durch eine Freundin in Budapest von der Klinik im Timisoara gehört", sagt die 34-jährige Eva K. aus Ungarn, die mit ihrem Mann in die Klinik gekommen ist, um sich auf die Warteliste setzen zu lassen. "Die gesamte Prozedur wird zwischen 1700 und 1800 Euro kosten. Das ist billiger als in meinem Land und als in Westeuropa. Ich habe gesehen, dass sie hier eine freundliche Atmosphäre haben und einen Qualitätsservice. Zwei Monate werde ich warten müssen, aber das ist es wert. Mehr als fünf Jahre lang habe ich immer wieder Fruchtbarkeitsbehandlungen gemacht, aber leider bisher ohne Erfolg. Aber ich gebe nicht auf, und die Klinik in Temesvar ist eine neue Hoffnung für mich. Ich habe hier viel Vertrauen." In Rumänien werden pro Jahr etwa 5000 künstliche Befruchtungen vorgenommen, ein Zehntel des europäischen Schnitts. Andrea M. ist schwanger. Die 35-Jährige erwartet Zwillinge.
Glück
Nach mehr als drei Jahren Wartens geht ihr Traum in Erfüllung: Sie wird Mutter. "Wir haben einen Kredit aufgenommen, um die künstliche Befruchtung zu bezahlen, in einer Bukarester Klinik. Schon die erste Behandlung war erfolgreich - der glücklichste Tag meines Lebens. Wir haben bisher 4000 Euro ausgegeben." Ihr Fall ist glücklich verlaufen.
Simona P. ist 37 Jahre alt. Sie ist verheiratet und in einem Rathaus angestellt. Auch sie kann keine natürliche Schwangerschaft bekommen, aber künstliche Befruchtung bleibt ein Traum für sie. "Mein Gehalt wurde heuer um 25 Prozent gekürzt", sagt sie. Das trifft alle öffentlich Bediensteten. Simona verdient umgerechnet 180 Euro im Monat. Ihr Mann ist Ingenieur und bringt 300 Euro im Monat nach Hause. "Damit können wir uns keine künstliche Befruchtung leisten. Der Staat hilft nicht, wie in Westeuropa oder den USA. Ein Jammer, dass wir nicht dort leben."











