In Palermo eskaliert neuerlich die Abfallkrise
In der sizilianischen Hauptstadt Palermo und einigen Gemeinden der Umgebung wurde in der Nacht auf Donnerstag tonnenweise Müll angezündet, der sich auf der Straße angesammelt hatte. Die Feuerwehr musste wiederholt ausrücken. Die Abfälle häufen sich auch unweit von Schulen und Krankenhäusern.
Seit Monaten kämpft Palermo gegen Probleme bei der Müllentsorgung. Das städtische Entsorgungsunternehmen Amia steckt in einer Krise, eine Deponie unweit der Stadt ist voll. Das Resultat: Der Unrat türmt sich in den Straßen. "Ich fürchte, die Situation wird noch schlimmer als in Neapel. Ohne einen Müllentsorgungsplan hat Sizilien keine Chancen", warnte Umweltministerin Stefania Prestigiacomo.
Die Müllkrise in Palermo ähnelt jener in Neapel, die im September akut wurde. In Terzigno in der Nähe von Neapel, wo neben einer bestehenden Abfalldeponie eine zweite errichtet werden soll, kam es zuletzt zu heftigen Protesten von Anrainern. Aus Ärger über das Vorhaben blockierten sie auch die bereits bestehende Halde. Sie fürchteten Gesundheitsgefahren und Umweltschäden durch die neue Deponie, die am Rande des Vesuv-Nationalparks entstehen und mit einer Kapazität von drei Millionen Tonnen die größte Mülldeponie Europas werden soll.










