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Zuletzt aktualisiert: 12.11.2010 um 12:51 UhrKommentare

Parkinson: Hirnschrittmacher blockiert Zittern

In der Behandlung von Parkinson ist deutschen Wissenschaftlern nach eigenen Aussagen "ein Meilenstein" gelungen. Ein neues Modell des Hirnschrittmachers "blockiert" das Zittern und kann dadurch unter anderem Sprachstörungen vermeiden.

Foto © Rob Byron/Fotolia.com

In Köln ist weltweit erstmals ein neuer Hirnschrittmacher zur Behandlung von Parkinson implantiert worden. Das Gerät, kaum größer als eine Streichholzschachtel, wurde am Montag einem 58-jährigen Patienten eingesetzt. Es könne individueller und differenzierter verwendet werden als seine Vorgänger, teilte die Universitätsklinik am Dienstag mit. Das Gerät ist aber noch in der Testphase. Weltweit soll es zunächst 40 Menschen eingesetzt werden. Ende nächsten Jahres rechnen die Wissenschafter mit ersten Ergebnissen.

Nebenwirkungen werden so verringert

Hirnschrittmacher sind eine etablierte Behandlungsmethode gegen die Schüttellähmung. "Der neue Hirnschrittmacher ist ein Meilenstein in der Parkinson-Therapie, da wir nun nicht mehr über vier, sondern über acht Kontakte auf jeder Hirnseite verfügen können", sagte Wissenschafter Lars Timmermann. So könne die Erkrankung - und hier vor allem das hinderliche Zittern - feiner dosiert "blockiert" werden. Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Sprachstörungen, die bisher durch die Reizung von Nachbarregionen hervorgerufen worden seien, würden dadurch vermieden.


Fakten

Das Parkinson-Syndrom gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern. Das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung beträgt 55 Jahre.

Nur fünf bis zehn Prozent der Erkrankungen treten vor dem Alter von 40 Jahren auf, wie der Verband berichtet. Bis zu einer korrekten Diagnose vergehen in Deutschland im Schnitt 2,3 Jahre, durchschnittlich werden 4,2 Ärzte konsultiert.

Häufige Fehldiagnosen sind rheumatoide Beschwerden, Depressionen, Tremor oder eine Alzheimer-Demenz.

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