Mehrere Menschen bei Geiselnahme getötet
Zahlreiche Geiseln waren am Sonntag in Bagdad in einer Kirche gefangen gehalten worden. Vor der Geiselnahme hatten die Täter, die der Al-Kaida angehören dürften, die Börse mit Granaten beworfen. Wie viele Menschen bei der Befreiung starben, ist noch unklar.

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Blutiges Ende einer Geiselnahme in Bagdad: Die irakische Polizei hat eine katholische Kirche gestürmt, in der sich mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation Al-Kaida mit Geiseln verschanzt hatten. Dabei starben nach Angaben des Innenministeriums sieben Geiseln.
"Wir haben die Geiseln befreit, aber leider beklagen wir den Tod von sieben der Geiseln", sagte ein Vertreter des Innenministeriums am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sprach ebenfalls von sieben getöteten Geiseln. Zudem seien die acht Geiselnehmer und ein Polizist gestorben, sagte Armeesprecher Generalmajor Kassim al-Moussawi.
Rätsel um Zahl der Toten und Verwundeten
Die Polizei erklärte, insgesamt seien sieben Menschen getötet worden - fünf Geiselnehmer, ein Polizist und eine Geisel. Ein Sprecher der US-Streitkräfte sprach von einer getöteten Geisel und drei toten Geiselnehmern.
Der christliche Parlamentsabgeordnete Yonadem Kana sprach gegenüber der Nachrichtenagentur dpa von vier toten Geiselnehmern und einer getöteten Geisel. Laut US-Angaben sprengten sich drei Geiselnehmer nach der Erstürmung durch irakische Sicherheitskräfte selbst in die Luft.
Nach vier Stunden Belagerung hatte die Polizei die syrisch-katholische Kirche im christlichen Stadtteil Karrada im Zentrum der irakischen Hauptstadt gestürmt. Neben der Zahl der Geiselnehmer war auch unklar, wie viele Menschen verwundet wurden.
Die Polizei sprach von acht Verwundeten, die irakische Armee von zwölf und das Innenministerium von 20. Unklar war auch, wie viele Geiseln die Terroristen in ihrer Gewalt hatten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hielten sich rund 40 Menschen in der Kirche auf. Die Polizei sprach von 50 und die US-Armee von 100.
Wie der chaldäische Bischof von Bagdad, Shlemon Warduni, der Nachrichtenagentur AFP sagte, waren auch zwei Priester unter den Geiseln.
Angriff auf Börse von Bagdad
Vor dem Überfall auf die Kirche hatten die Terroristen versucht, die Börse von Bagdad anzugreifen. Dabei setzten sie auch Blendgranaten ein. Sie wurden aber vom Sicherheitspersonal in einem kurzen Feuergefecht zurückgeschlagen.
Dabei starben zwei Wachleute, wie es von Seiten der Polizei hieß. Auf ihrer Flucht zündeten die Terroristen mindestens zwei Sprengsätze vor der Kirche, wobei mehrere Menschen verletzt wurden. Auf ihrer Flucht stürmten die Angreifer die syrisch-katholische Kirche. In der Kirche wurde zu dieser Zeit gerade die Messe gelesen.
Aus dem Sayedat al-Najah-Gotteshaus riefen die Männer dann bei irakischen Fernsehstationen an und gaben sich als Mitglieder des irakischen Ablegers der Al-Kaida aus. Über die Medien forderten sie von den Behörden die sofortige Freilassung von Al-Kaida-Angehörigen, die im Irak und in Ägypten inhaftiert sind.
Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei ließen sie am Abend 19 Nonnen frei. Kurz darauf stürmten Sicherheitskräfte die Kirche. Die Kirche ist eine der größten in Bagdad und wurde bereits 2004 angegriffen. Im Irak gibt es eine christliche Minderheit von etwa 1,5 Millionen Menschen.
Papst Benedikt XVI. hatte während des Geiseldramas nach den Worten von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi seiner Hoffnung auf eine "rasche Lösung" Ausdruck verliehen.











