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Zuletzt aktualisiert: 27.10.2010 um 21:31 UhrKommentare

Schimmel-Schule: Arzt sperrt Klassen

Eine oberösterreichische Schule wurde von Amtsarzt wegen Schimmelbefall teilweise gesperrt. Eine Renovierung ist derzeit nicht möglich, da die Schule unter Denkmalschutz steht.

Foto © GaToR-GFX - Fotolia.com

Nicht nur der Amtsschimmel wiehert in dieser Geschichte, auch echter Schimmel plagt Lehrer und Schüler in Altmünster. Das Hauptschulgebäude ist 43 Jahre alt, in desolatem Zustand und schlecht isoliert. Der Schimmelbefall in einigen Räumen ist mittlerweile so schlimm, dass Klassen wegen des Gestanks aus ihren Räumen ausgezogen sind. Am Montag sah sich Amtsarzt Erwin Teuschl schließlich gezwungen, vier Klassenzimmer und einen Durchgang zum Turnsaal wegen "Gefahr im Verzug" zu sperren.

Denkmalschutz als Fluch

Die Marktgemeinde als Schulerhalter sieht sich nun mit dem Vorwurf konfrontiert, dem Verfall der Schule zugesehen zu haben. Doch VP-Bürgermeister Hannes Schobesberger beteuert, sich schon seit Jahren für den Neubau oder eine Renovierung der Schule einzusetzen. Man sei längst auf einer entsprechenden Warteliste des Landes.

Das Problem dabei: Das Bundesdenkmalamt hat das Schulhaus heuer unter Schutz gestellt. Es gilt als eine der ersten Schulen Österreichs in Hallenbauweise. Der Denkmalschutz macht eine Renovierung aber aufwendig und teuer. Der Gemeinderat von Altmünster hat gegen den Bescheid des Bundesdenkmalamts deshalb Einspruch erhoben - und wartet seit einigen Monaten auf eine Reaktion aus Wien. "Bevor die Sache nicht geklärt ist, können wir keine Entscheidungen treffen", so Bürgermeister Schobesberger.

In einer Krisensitzung, an der Schuldirektor Andreas Feichtinger, der Bürgermeister, der Bezirksschulinspektor, Amtsarzt Teuschl sowie Elternvertreter teilnahmen, wurde gestern dennoch eine provisorische Lösung beschlossen. Die vom Schimmelpilz befallenen Stellen werden in den kommenden Tagen abgestemmt, mit einem Schimmelschutz versehen und neu verputzt. "Dann können alle Klassenräume fürs Erste wieder benutzt werden. Aber solange wir nicht wissen, wie es mit dem Gebäude grundsätzlich weitergeht, können wir nur notdürftig reparieren", so Schobesberger.

Schuldirektor Feichtinger ist dennoch frustriert: "Seit zwei Jahren sind wir eine Neue Mittelschule und haben großen Zulauf. Die Geschichte schadet dem guten Ruf unserer Schule."

Mit dem Schulgebäude ist man in Altmünster schon seit einiger Zeit nicht mehr glücklich. Der Stahlbetonbau ist schlecht isoliert, die Klassenzimmer sind zu groß, aber zu niedrig und die Holzdecken und -böden aus Sicht des Brandschutzes gefährlich. Deswegen glaubt man in Altmünster, dass der Abriss des alten Gebäudes und ein Neubau billiger, aber auch sinnvoller seien, als eine Renovierung. Doch das verhindert derzeit noch der Denkmalschutz.

EDMUND BRANDNER/OÖN

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