Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer gestorben
Niederösterreichs Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer ist Montagabend gestorben. Er stand im 92. Lebensjahr. Maurer war mehr als 14 Jahre als Landeshauptmann im Amt.

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Niederösterreich trauert um Andreas Maurer (V). Der Alt-Landeshauptmann starb am Montagabend im Kreise seiner Familie in seinem Heimatort Trautmannsdorf a.d. Leitha (Bezirk Bruck a.d. Leitha). Er war 91 Jahre alt. Bundespräsident Heinz Fischer und die Regierungsspitze würdigten Maurer ebenso wie Landeshauptmann Erwin Pröll (V), für den der Vorvorgänger ein "väterlicher Freund" und der "Baumeister Niederösterreichs" war.
Der am 7. September 1919 in Trautmannsdorf geborene Andreas Maurer begann seine politische Karriere 1946 als Ortsbauernrat. 1949 wurde er Kammerrat in der Bezirksbauernkammer Bruck a.d. Leitha, von 1950 bis 1955 gehörte er dem Gemeinderat von Trautmannsdorf an. Maurer wurde dann Obmann der Bezirksbauernkammer und 1959 als Abgeordneter in den NÖ Landtag gewählt. Als Mitglied der Landesregierung (Landesrat vom 19. November 1964 bis zur einstimmigen Landeshauptmann-Wahl am 24. November 1966) unterstanden ihm landwirtschaftliche Agenden. Maurer war weiters von 1970 bis 1989 Obmann des NÖ Bauernbundes.
Drei Landtagswahlen
In seiner Amtszeit an der Spitze Niederösterreichs (bis 22. Jänner 1981) schlug Maurer drei Landtagswahlen. Die ÖVP erreichte dabei 1969, 1974 und 1979 - wie auch jeweils zuvor - immer die absolute Mandatsmehrheit (30, 31 bzw. 29 von 56 Sitzen). Der Alt-Landeshauptmann, sechsfacher Vater, Groß- und Urgroßvater, war mehr als 60 Jahre mit seiner Frau Hermine verheiratet. Das Ehepaar feierte 2009 die seltene "Eiserne Hochzeit".
"Der Baumeister Niederösterreichs ist von uns gegangen", sagte Erwin Pröll. "Maurer war mit unserem Heimatland bis in die tiefste Seele verbunden, seine Herkunft und Verwurzelung im Bauernstand prägten sein Denken, seine Arbeit und sein Leben." Niederösterreich verliere einen Menschen, "der für sein Land eingetreten ist und gekämpft hat, im tiefen Empfinden eines Krieges und in der Kraft seines Denkens und Handelns zum Wiederaufbau seiner Heimat". Pröll erinnerte auch daran, dass er seine Berufung in die Politik Andreas Maurer verdanke. "Er war mein wertvollster Berater bis zuletzt und Orientierungshilfe in schweren Zeiten."
Bundespräsident Heinz Fischer hat in einem Schreiben der Witwe des Alt-Landeshauptmannes kondoliert. Das Staatsoberhaupt würdigte, dass Maurer als Gemeindemandatar, Landesrat und vor allem während seines mehr als 14-jährigen Wirkens an der Spitze des Bundeslandes maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung und zur Modernisierung Niederösterreichs beigetragen habe.
Großer Patriot
Österreich verliere einen großen Patrioten, sagte Bundeskanzler Werner Faymann (S). Andreas Maurer habe sich sich um Österreich und sein Bundesland "im höchsten Maße verdient gemacht". Er sei in allen seinen Funktionen "in der ihm eigenen, sympathischen Art der Volksverbundenheit immer bei den Sorgen und Nöten der Menschen" gewesen.
Die Volkspartei verliere einen großen Niederösterreicher, sagte ÖVP-Chef Finanzminister Josef Pröll. Maurer sei "wesentlich am Aufbau des Bundeslandes nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt" gewesen. Darüber hinaus habe er sich "stets mit ganzer Seele für die Menschen in Niederösterreich, speziell für den Bauernstand, eingesetzt. Er war auch ein großer Reformator, der stets die Zeichen der Zeit erkannt hat und der mit seinem unermüdlichen Einsatz für die Weiterentwicklung seines Bundeslandes die Grundlagen für die beispiellose Erfolgsgeschichte Niederösterreich gelegt hat".
Maurer habe "politischen Sachverstand, Bodenständigkeit und Heimatliebe auf unnachahmliche Weise miteinander verbunden", reagierte Landtagspräsident Hans Penz (V). Als "große Persönlichkeit" würdigte LHStv. Sepp Leitner (S) den Verstorbenen. Der Alt-Landeshauptmann sei "untrennbar mit der Geschichte Niederösterreichs verbunden", sagte Gottfried Waldhäusl, Klubobmann der FPÖ im NÖ Landtag. Maurer habe das Land "mit seinen Worten und Taten geprägt", stellte Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen im NÖ Landtag, fest. Ihm gebühre ein Denkmal, "am besten geeignet wäre dafür das Areal des Schlosses Trautmannsdorf in seiner Heimatgemeinde".










