Neue Lehrer-Ausbildung soll bis Jahresende stehen
So soll künftig die Ausbildung für alle pädagogischen Berufe auf Hochschulniveau nach dem Bologna-Modell (Bachelor/Master/PhD) erfolgen. Studenten sollen eine Eignungsprüfung und ein Aufnahmeverfahren duchlaufen.

Foto © Fotalia / Wellford Tiller
Die von Unterrichts- und Wissenschaftsministerium konzipierte neue Lehrer-Ausbildung soll bis zum Jahresende stehen. Das bekräftigten Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien. 2011 sollen dann die Umsetzungsschritte beginnen, der Startschuss für die ersten Studenten noch in dieser Legislaturperiode fallen.
Die Eckpunkte der neuen Lehrer-Ausbildung stehen bereits seit einigen Monaten und wurden nun auch zwischen Karl und Schmied außer Streit gestellt. So soll künftig die Ausbildung für alle pädagogischen Berufe auf Hochschulniveau (sowohl an Unis als auch an Pädagogischen Hochschulen) nach dem Bologna-Modell (Bachelor/Master/PhD) erfolgen und gemeinsame Kernbereiche umfassen. Erst dann soll es differenzierte Curricula geben, was etwa den Wechsel zwischen einzelnen Berufsfeldern erleichtern soll. Kindergarten- und Volksschulausbildung werden dadurch aufgewertet. Auch ein Schritt zur gemeinsamen Schule dürfte dabei gemacht werden: Schmied nannte es "naheliegend", ein Curriculum für den gesamten Sekundarbereich I (derzeit AHS-Unterstufe und Hauptschule) anzubieten, da es ohnehin schon den gleichen Lehrplan in diesen beiden Schulformen gebe.
Eignungsprüfung und Aufnahmeverfahren
Die Studenten sollen außerdem erst eine Eignungsprüfung und ein Aufnahmeverfahren durchlaufen. Dabei gehe es aber nicht um einen entscheidenden punktuellen Test, betonte Schmied. Karl versteht das Verfahren auch als Hilfestellung für angehende Pädagogen, um sich mit dem Berufsbild auseinanderzusetzen.
Außerdem müssen Pädagogen nach der Grundausbildung erst eine "Induktionsphase" für den Berufseinstieg durchlaufen, also eine Art Turnus machen. Voraussetzung für den Berufseinstieg soll zunächst der Bachelor-Abschluss sein, wobei den Neulingen zunächst als Mentor ein erfahrener Lehrer zur Seite gestellt werden soll. Dies soll auch ein Schritt zur stärkeren Teamorientierung der Pädagogen sein, so Schmied. Bestimmte Funktionen und Aufgaben an der Schule verlangen dann einen Master-Titel, außerdem soll es eine permanente Weiterbildung geben.
Noch konkretisiert werden müssen die genauen Einsatzfelder der Absolventen, der genaue Ablauf der "Induktionsphase" sowie das Zusammenspiel von Pädagogischen Hochschulen (PH) und Universitäten in "Clustern". Dazu sollen auch im November und Dezember "Stakeholder"-Konferenzen in Linz, Graz, Innsbruck und Wien abgehalten werden.
Bei der Zusammenarbeit zwischen PH und Unis könne es in den verschiedenen Clustern durchaus unterschiedliche Modelle geben, meinte Schmied. "Da wird es nicht ein Muster geben." Dass irgendwann am Ende dieses Prozesses eine Pädagogische Universität stehen könnte, sei "durchaus ein Zielmodell": "Aber so weit sind wir noch nicht."










