Geometrieexperte Benoit Mandelbrot gestorben
Der US-französische Mathematiker und Geometrieexperte Benoit Mandelbrot ist tot. Der Spezialist auf dem Gebiet der sogenannten fraktalen Geometrie starb am Donnerstag in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts im Alter von 85 Jahren an Krebs.

Foto © Wikipedia CommonsDas berühmte "Mandelbrot-Mänchen" sieht in jeder Vergrößerung immer gleich aus
Mandelbrot trieb mit seiner Forschung zentrale Entwicklungen auf vielen Fachgebieten innerhalb und außerhalb der Mathematik voran, so beispielsweise in der Physik und der Biologie.
Bei einem Fraktal handle es sich um eine Form, die sich - immer kleiner werdend - unendlich oft wiederhole, erklärte Statistikexpertin Catherine Hill vom Gustave-Roussy-Institut in Villejuif bei Paris der Nachrichtenagentur AFP Mandelbrots zentrales Themengebiet. "Jedes Mal, wenn man tiefer hineinschaut, findet man dieselbe Form wieder." Als Beispiel nannte Hill "einen Karfiol, bei dem jedes kleine Teilchen exakt so aussieht wie der gesamte Karfiol".
Einfluss auf Kunst
Mandelbrots Erkenntnisse ermöglichten unter anderem die Vermessung von zuvor unmessbaren Küstenlinien und Wolken. Er wirkte aber auch stark in die Kunst hinein, weil Fraktale sich beeindruckend und vor allem sehr bunt illustrieren lassen.
Mandelbrot wurde im Jahr 1924 in Polen geboren. Im Kindesalter wanderte er mit seiner Familie nach Paris aus, wo er später studierte und promovierte. Den größten Teil seines Berufslebens verbrachte in einem Forschungslabor des Elektronikkonzerns IBM im US-amerikanischen Bundesstaat New York. Mandelbrot lehrte zudem an den Universitäten von Cambridge und Yale und wurde mit mehreren Wissenschaftspreisen ausgezeichnet.











