"Auch dieses Plakat ist sexistisch"
"Hirter Fasstypen", die Zweite: Die Brauerei, die mit drei freizügigen Frauen für den Aufreger des Sommers sorgte, legt jetzt mit ebenso spärlich bekleideten Männern nach. Und erntet erneut den Sexismus-Vorwurf.

Foto © www.hirterbier.atDas neue Hirter-Plakat: Diesmal mit drei Burschen
Drei halb nackte Frauen, jede mit einem Glas Bier in der Hand - so schlicht wie das Plakat, so groß war die Aufregung um die sommerliche Werbekampagne der Brauerei Hirt. Frauenpolitikerinnen empörten sich ob des Sexismus, der Werberat verurteilte das Sujet zwar nicht, forderte die Macher aber zur Sensibilisierung auf. Von den Wogen um die "Hirter Dirndln", wie man sie in Hirt nennt, konnte das Kärntner Unternehmen nur profitieren - und so legt die Brauerei noch einmal nach.
Seit Kurzem ist die Fortsetzung der Kampagne "Fasstypen" zu sehen, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Statt dreier Frauen lächeln drei Männer von den Plakaten, ebenfalls mit nackten Oberkörpern. Zwar fällt die Empörung viel verhaltener aus, doch wie beim ersten Sujet ist es die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SP), die Hirter eine Verbalattacke einschenkt: "Die Bierfirma hat nichts dazugelernt. Die Expertinnen der Wiener Frauenabteilung stufen auch das neue Plakat als sexistisch ein, weil nackte Körper verwendet werden, um ein Produkt zu verkaufen, ohne dass es einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen Ware und Nacktheit gibt."
Auch der Werberat beschäftigt sich erneut mit der Causa Hirter, bis gestern lagen zwei Beschwerden vor. Aus einer heißt es wörtlich: "Diese Milchbubis animieren nicht einmal zum Bierkonsum . . ." Der Werberat geht wie üblich vor: "Wir haben das Unternehmen um Stellungnahme gebeten. Am Freitag kommender Woche geben wir unsere Entscheidung bekannt", erklärt Geschäftsführerin Andrea Stoidl.
Die drei Männer (siehe links) gingen übrigens aus einem Casting unter 70 Bewerbern hervor, via Facebook hatten 14.000 Hirter-Fans ihre Stimme abgegeben. 15 kamen in die Vorauswahl, dann entschied eine Jury. Caroline Kröpfl, Sprecherin der Brauerei, registriert "durchwegs positive Rückmeldungen" auf das Plakat, vor allem von Frauen. Doch weil man die Gemüter nicht allzu sehr erhitzen wolle und auch die Jahreszeit kälter wird, werden die drei Männer demnächst bekleidet für Bier werben.
Features
Foto

Dieses Plakat hatte schon im Sommer für Aufregung gesorgtFoto © Sabine Hoffmann










