Pensionist in Wien-Ottakring wurde wohl ermordet
Fremdverschulden liegt im Fall des Todes des 75-jährigen Dragisa R. in Wien-Ottakring offenbar durchaus im Bereich des Möglichen. Der gehbehinderte Serbe war Dienstagabend von seinem Sohn in seiner Wohnung in der Haymerlegasse gefunden worden. Relativ sicher ist man sich mittlerweile, dass die Wohnung nicht der Tatort sein dürfte.
Tödlich war offenbar ein stumpfes Bauchtrauma, das unter anderem einen Riss des Darmfelles beinhaltete. Der Mann dürfte innerlich verblutet sein. Allerdings sei es durchaus möglich, dass sich der 75-Jährige noch in seine Wohnung geschleppt hat und per Telefon Hilfe holen wollte. Dass Dragisa R. vor seinem Tod telefoniert hat, gilt als relativ gesichert.
Sollte es sich tatsächlich um Mord handeln, bleibt die Frage nach dem Motiv. Hier erfuhr die APA am Freitag, dass es eine ganze Reihe von Ansatzpunkten geben könnte. Dragisa R. war zwar auf Heimhilfen angewiesen und nach einem Schlaganfall gehbehindert, das dürfte seine Lebenslust aber nicht allzu sehr beeinträchtigt haben.
So soll der 75-Jährige häufig in Lokalen in der Umgebung seines Wohnorts gewesen und dort auch Lokalrunden gezahlt haben. Meistens hatte er größere Geldbeträge dabei - mehrere hundert Euro -, die ebenfalls ein Motiv für manche Personen in dem Milieu gewesen sein könnten, in dem er verkehrte. So kommt ein Raubmord durchaus in Betracht. Darüber hinaus soll der Mann recht streitlustig gewesen sein und seine Meinung sehr bestimmt, auch laut, vertreten haben. Außerdem soll Dragisa R. Frauen, möglicherweise gegen Geld, hin und wieder mitgenommen haben.










