Enorme Mengen Feinstaub lauern
"Im ungarischen Feinstaub ist halbes Periodensystem enthalten, und von manchen Stoffen sind die Mengen wirklich gesundheitsgefährdend", warnen Experten nach dem fatalen Chemieunfall. Bei Wind ist eine Verfrachtung des giftigen Staubs dann bis Österreich durchaus möglich.

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Die Umweltkatastrophe im westungarischen Komitat Veszprem scheint in eine neue, wenngleich auch nicht erfreulichere Phase zu wechseln. Während die Aufräumarbeiten unermüdlich fortgesetzt werden, treten erste Langzeitfolgen bereits jetzt zutage. Wie Greenpeace-Mitarbeiter am Donnerstag aus Devecser der APA berichteten, würden dort "unglaubliche Mengen an Feinstaub lauern". Mangels Wind und Regen könne über die Verbreitung derzeit aber nur spekuliert werden.
"Zur Zeit weht überhaupt kein Wind. Darum haben wir mit den Füßen den roten Staub im Gras aufgewirbelt", erzählte Jurrien Westerhof. "Und plötzlich waren da Werte, die ich noch nie gesehen habe." Grundsätzlich handle es sich um sehr feinen Staub, der enormes Verfrachtungspotenzial besitze. "Sehr weit, Hunderte Kilometer sicher", so Westerhof. Allerdings sei es unseriös, daraus eine Warnung oder Entwarnung für Österreich abzuleiten. Man müsse abwarten, wie sich der Staub vermischt bzw. in welchen Konzentrationen er dann auftritt.
Für die Menschen in den von der giftigen Schlammlawine schwer getroffenen Dörfern Devecser und Kolontar sei es vor allem wichtig, dass es regelmäßig regne. Westerhof: "In dem Feinstaub ist das halbe Periodensystem enthalten, und von manchen Stoffen sind die Mengen wirklich gesundheitsgefährdend." Der Umweltaktivist bezieht sich da vor allem auf die Pläne, Kolontar ab morgen, Freitag, wieder zu besiedeln. "Wir konnten heute schon wieder ins Dorf, aber es war gespenstisch. Da waren keine Menschen außer 20 Kamerateams, denen man den fertigen Schutzdamm zeigen wollte".
Der ungarische Umweltstaatssekretär Zoltan Illes betonte am Donnerstag, die am vergangenen Wochenende evakuierten Bewohner Kolontars könnten am Freitag zurückkehren. Wegen eines drohenden zweiten Dammbruches am Abfallbecken waren mehr als 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Die Einsatzkräfte errichteten inzwischen in dem Dorf einen neuen Auffangdamm, der eine mögliche zweite Schlammlawine aufhalten soll.
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Am 4. Oktober waren aus einem geborstenen Abfallbecken eine Million Kubikmeter giftiger Rotschlamm - als Überrest der Aluminiumgewinnung aus Bauxit - ausgeflossen. Neun Menschen wurden getötet, 150 verletzt, Gewässer und Böden verseucht. Premierminister Viktor Orban ortet hinter einer der schlimmsten Umweltkatastrophen in der Geschichte Ungarns menschliche Fahrlässigkeit. Das Aluminium-werk soll schon am Freitag wieder seinen Betrieb aufnehmen.











