Suche nach neuen Wegen im Kampf gegen Hunger
Zu Beginn des Welternährungsgipfels in Rom fordern Entwicklungshilfeorganisationen vor allem die Eindämmung von Nahrungsmittelspekulationen und verbindliche Regeln für den Kauf von Anbauflächen in armen Ländern.

Foto © ReutersDer Welternährungsgipfel soll die Versorgung aller Menschen mit Nahrung sichern
Der UN-Welternährungsausschuss sucht in dieser Woche in Rom neue Wege im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Angesichts von weltweit 925 Millionen hungernden Menschen erörtern Vertreter von Regierungen, die Zivilgesellschaft und die Vereinten Nationen seit Montag, wie die Versorgung auch in längeren Krisen verbessert und massive Preisschwankungen eingedämmt werden können.
Die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam hat "Land Grabbing" von Investoren als ein zentrales Thema ausgemacht: "Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden 45 Millionen Hektar in armen Ländern aufgekauft", hielt Oxfam fest. Das entspricht etwa der Größe Schwedens. Die bisher geplanten Regeln der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und der Weltbank reichten angesichts der Folgen von "Land Grabbing" für die Armen nicht aus, erläuterte Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale.
Eine Grundlage für die Strategiedebatte ist der in der vergangenen Woche von der FAO und dem UN-Ernährungsprogramm (WFP) vorgelegte Welthungerbericht. Er hält fest, dass von Dauerkrisen betroffene Länder wie Afghanistan weit stärker unter Lebensmittelunsicherheit leiden als andere ärmere Staaten.
22 Krisenländer
Unter den insgesamt 22 genannten Krisenländern sind Kriegsregionen wie Somalia, die Republik Kongo und der Gazastreifen, aber auch das erdbebenverwüstete Haiti. Auch wenn die Zahl der Hungernden insgesamt leicht zurückgegangen ist - 2009 waren es weltweit noch mehr als eine Milliarde Menschen -, stirbt weiterhin alle sechs Sekunden ein Kind an Unterernährung.
In die Arbeitswoche des neu gegründeten Ernährungsausschusses fällt am Freitag der Welternährungstag 2010. Die FAO und ihre Schwesterorganisationen WFP und IFAD (Internationaler Agrar-Entwicklungsfonds) stellen ihn unter das Motto "Vereint gegen Hunger". Hauptredner wird der ruandische Präsident Paul Kagame sein, wie die FAO in Rom ankündigte.











