Kaverne mit Platz für Gurker Dom
Offizieller Beginn für Österreichs größte Wasserkraft-Baustelle am Freitag: Verbund-Pumpspeicherkraftwerk Reißeck 2 wird ab 2014 Strom liefern.

Foto © KK/VERBUND Arbeiten im Fels sind jetzt zur Sicherung der Straße und dann beim Bau der Kaverne gang und gäbe
Mit dem Bau des Pumpspeicherwerkes setzen wir einen wichtigen Impuls für die gesamte Entwicklung der erneuerbaren Energieträger in Österreich", sagte Wolfgang Anzengruber, Vostandsvorsitzender des Verbunds, beim Spatenstich zum Kraftwerk Reißeck 2 in Mühldorf. Für Vizekanzler Josef Pröll ist das Projekt ein "wichtigen Schritt in die energiepolitische Zukunft Österreichs" - vor allem in Hinsicht der erneuerbaren Energien.
Wertschöpfung bleibt in Österreich
Mit dem 385-Millionen-Euro Projekt werden die zwei Kraftwerksgruppen Reißeck und Malta hydraulisch verbunden. Fast alle Bauten werden unterirdisch im Berg errichtet - wie ein fünf Kilometer langer Triebwasserstollen oder das Krafthaus, welches in einer Kaverne (darin hätte der Gurker Dom Platz) entsteht. Durch die Koppelung wird man flexibler in der Energielieferung: "Das passt optimal zum Trend im Bau von Wind- und Photovoltaik-Kraftwerken. Denn für deren Betrieb wird viel Ausgleichs- und Regel-Energie benötigt", erklärte Verbund-Vorstandsmitglied Karl Heinz Gruber, für den Reißeck 2 "die größte Wasserkraft-Baustelle in Österreich und eine der größten in Europa" ist. Sein Kollege Michael Amerer erklärte, dass 90 Prozent der Aufträge an österreichische Firmen ergangen seien: "Das Projekt in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeit hat einen Beschäftigungseffekt von 5000 Mitarbeiter-Jahren, die Wertschöpfung bleibt fast zur Gänze in Österreich."
Zwei Gemeinden
Das Kraftwerk entsteht zu 70 Prozent auf Gemeindegebiet von Mühldorf und zu 30 Prozent auf Reißecker Gebiet. Auch alle Steuern werden nach diesem Schlüssel abgerechnet und bedeutet für die zwei Kommunen sichere Einnahmen. Derzeit wird die Straße von Mühldorf in den Mühldorfer Graben (14 Kilometer) aus- und eine neue von dort bis Schoberboden (fünf Kilometer) gebaut.
Features
Zum Thema
Daten und Fakten
Projekt. Die beiden bestehenden Kraftwerksgruppen Reißeck (aus den 1950er Jahren) und Malta (aus den 1970er Jahren) werden hydraulisch verbunden.
Leistung. Dies ergibt ein zusätzliche Kraftwerksleistung von 430 MW. Die Turbinenleistung der beiden "alten" Anlagen erhöht sich um 40 Prozent auf 1.459 MW, die Pumpleistung verdoppelt sich auf 855 MW.
Investition. Innerhalb von fünf Jahren Bauzeit werden 385 Millionen Euro verbaut, ein Drittel davon von Kärntner Unternehmen.
Menschen. Gearbeitet wird seit Juni 2010, in Spitzenzeiten werden 260 Menschen im Berg in rund 1.600 Meter Seehöhe Beschäftigung haben.











