"Biete Geld für Studienplatz" - Tauschhandel an den Unis
Nur etwa jeder siebente Bewerber kommt nach dem Aufnahmetest für einen Medizin-Studienplatz in Wien und Innsbruck in Frage. Zudem hängt der zugewiesene Studienort mit dem Testergebnis zusammen. Das führt zu einem florierenden Tauschhandel.

Foto © APADer gewünschte Studienort wird meistbietend verkauft.
Studienplätze für angehende Mediziner sind in Österreich heiß begehrt und vor allen Dingen eines: knapp. Etwa 6.000 Studenten bewerben sich jährlich für die etwa 1200 Plätze an den Universitäten in Wien und Innsbruck, das bedeutet, dass nur etwa jeder siebente Student einen Platz ergattert. Beide Universitäten bieten denselben standardisierten Test an, dessen Ergebnis auch Einfluss auf den zugewiesenen Studienort hat. Wenn dieser nicht der Wunschstadt entspricht, gibt es die Möglichkeit zum Tausch des Studienstandortes mit einem anderen Studenten. Mittlerweile ist damit ein regelrechtes "Verschachern" der Plätze entstanden, wie der ORF berichtete.
Unis haben keine Handhabe
Die Problematik ist den Universitäten bekannt, unternehmen können sie dagegen bis dato nichts. Der Tausch an sich ist legal und von den Universitäten sogar vorgesehen. Dass dafür aber Summen von bis zu 8000 Euro geboten werden, überrascht sogar die Uni-Leitung. Der Vize-Rektor der Med Uni Wien, Rudolf Mallinger, spricht in einem ORF Beitrag zum Thema von "unethischem Verhalten, mit einem höheren, idealen Gut Handel zu treiben". Doch Handhabe haben die Bildungseinrichtungen darüber keine, da die Angebote auf Foren veröffentlicht werden, die nicht unter dem Einfluss der Unis liegen. So gibt es auf den Studentenseiten der Österreichischen Hochschülerschaft zwar Tausch-Angebote, diese sind jedoch ohne finanziellen Hintergrund.
Wien ist bei den Tauschern übrigens besonders beliebt, dementsprechend hoch ist auch die Entlohnung. So bieten manche Eltern an, ein Jahr Wohngeld in Innsbruck zu bezahlen, wenn der Spross stattdessen in Wien zur Uni kann.












