Paraguay liefert Kärntner Häftling aus
Nach langen diplomatischen Verhandlungen wird jetzt ein in Paraguay inhaftierter Klagenfurter nach Österreich überstellt. Er könnte etwas über das Verschwinden einer jungen Frau wissen.

Foto © Das paraguyanische Staatsgefängnis in Asuncion
Knalleffekt: Nach über eineinhalb Jahren Verhandlungen auf diplomatischer Ebene wird ein wegen eines Drogendeliktes im paraguayischen Staatsgefängnis Tacumbu inhaftierter Klagenfurter in Kürze nach Österreich ausgeliefert. Und das, obwohl es mit dem südamerikanischen Staat kein Auslieferungsabkommen gibt. Peter Launsky-Tieffenthal, Sprecher des Außenministeriums, bestätigt: "Es ist alles auf Schiene. Die Voraussetzungen für die Auslieferung sind jetzt gegeben. Es sind nur noch ein paar technischen Fragen zu klären." Die Überstellung ist für Anfang November geplant.
Wurde Frau ermordet?
Der 40-Jährige ist für die heimische Justiz von größtem Interesse: Was weiß er über das mysteriöse Verschwinden der Klagenfurterin Michaela Grabner im Jahr 2006? Würde er überhaupt auspacken? Kriminalisten vermuten inzwischen, dass die Prostituierte ermordet wurde.
Grabner war die Freundin des Zuhälters Sandro H. Mit diesem war der Klagenfurter 2008 aus einem steirischen Gefängnis geflohen. Gemeinsam tauchte man im vermeintlichen "Häftlingsparadies" Paraguay unter. Aber auch dort wurden die beiden kriminell: Der 40-Jährige ist seit Feber 2009 in Haft. In seinem Hotelzimmer wurde Kokain gefunden. Und Sandro H. sitzt seit Juli wegen des Verdachts des Doppelmordes ein (wir berichteten).
Jetzt ist zumindest für einen von ihnen die Flucht zu Ende: Der 40-Jährige wird vermutlich in der Justizanstalt Klagenfurt seine Reststrafe absitzen müssen. Er war in Kärnten unter anderem wegen der Herstellung von gefälschten Führerscheinen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
Die österreichischen Behörden haben aber nicht nur auf seine Auslieferung gedrängt. Man will unbedingt auch den inhaftierten Zuhälter zum Verschwinden von Michaela Grabner einvernehmen. Oberst Christian Martinz vom Landeskriminalamt: "Wir bemühen uns derzeit intensiv darum. Einer unserer Beamten würde dann nach Paraguay fliegen und ihn befragen." Ein Rechtshilfeersuchen wurde bereits gestellt. Bislang hat es jedoch noch keine Entscheidung gegeben.











