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Zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 um 23:00 Uhr

Mord: Blumen als letzter Liebesbeweis

Vollmond-Mord in Klagenfurt-Wölfnitz: Bevor 55-Jähriger befreundete Kellnerin in seinem Auto tötete, schenkte er ihr einen Blumenstrauß. Nach der Tat richtete er sich selbst. Verschmähte Liebe als Motiv?

Foto © Gert Eggenberger

Ich habe gedacht, da schläft jemand im Auto. Als ich dann näher hingegangen bin, habe ich bei dem Mann Blut an der linken Schläfe gesehen, dann das Einschussloch", sagt Jäger Karl Endisch. "Er hatte noch eine Pistole in der Hand und auf ihrem Schoß lag ein frischer, großer Blumenstrauß. Kein schöner Anblick in der Früh." Es war 7.45 Uhr. Ort der schrecklichen Entdeckung: ein abgelegener, idyllischer Platz zwischen einem kleinen Teich und einem Maisfeld nahe Großbuch in Klagenfurt-Wölfnitz. Endisch alarmierte sofort die Polizei und Bezirksjägermeister Dietmar Egger, dem das Grundstück gehört. Egger: "Wir waren zur Entennachschau verabredet, deshalb war ich schon unterwegs. Und dann so etwas Schreckliches."

Blumenstrauß geschenkt

Was hat sich im roten Alfa abgespielt? Die Ermittler des Stadtpolizeikommandos (Chefinspektor Bernhard Grilz und Gilbert Raffer) gehen davon aus, dass der Autobesitzer, ein Selbstständiger (55) aus Klagenfurt, die am Beifahrersitz befindliche Kellnerin (45) aus Klagenfurt mit einem Kopfschuss getötet hat. Zuvor hatte er ihr wohl einen Blumenstrauß geschenkt. Anschließend schoss er sich mit seinem Trommelrevolver selbst in den Kopf. Das Auto war von innen versperrt gewesen, Kampfspuren konnten nicht gefunden werden. "Die Tat dürfte um 23 Uhr begangen worden sein", sagt Grilz. Die beiden lagen also rund acht Stunden leblos im Auto, bis sie entdeckt worden sind.

In Lokal kennengelernt

In welcher Beziehung die beiden Toten genau standen, ist noch ungeklärt: Waren sie ein Liebespaar? Fest steht, dass die beiden nicht zusammengelebt haben. Sie waren alleinstehend. Kennengelernt hatte der 55-Jährige die Frau vermutlich in seinem Stammlokal, in dem sie arbeitete. Der Klagenfurter lebte davor über 16 Jahre lang in einer fixen Beziehung. Er hat einen erwachsenen Sohn, der in Graz lebt und zu dem er nur wenig Kontakt hatte. Gegen den Mann besteht ein aufrechtes Waffenverbot. "Er war außerdem mehrfach wegen Gewaltdelikten gerichtlich vorbestraft", sagt Grilz. Die Kellnerin ist geschieden und hat ebenfalls bereits einen erwachsenen Sohn.

Motiv gibt Rätsel auf

Über das Motiv kann nur gerätselt werden: Hatten die beiden eine Affäre und wollte die Kellnerin diese beenden? Wollte der Mann sie mit Blumen umstimmen? Warum brachte er einen Revolver mit zum Rendezvous? "Die Ermittlungen dazu sind noch nicht abgeschlossen", sagt Grilz. Die Leichen wurden bereits zur Beerdigung freigegeben. Es gab keine Obduktion. Die Beteiligung eines Dritten ist ausgeschlossen. Das Auto wurde sichergestellt und befindet sich in der Polizeikaserne Krumpendorf für weitere Untersuchungen.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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