Umstrittene Therapie: Tiroler Urologen wehren sich
Nachdem die Staatsanwaltschaft Innsbruck Anklage gegen zwei Ärzte wegen der umstrittenen Behandlung mit Stammzellen gegen Harninkontinenz an der Innsbrucker Klinik erhoben hat, haben sich die beschuldigten Mediziner am Donnerstag zur Wehr gesetzt. "Die Vorwürfe sind vollkommen haltlos", meinte der Anwalt des unter Betrugsverdacht stehenden Urologie-Vorstandes Georg Bartsch.
Die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges ignoriere vollkommen die Tatsache, dass Bartsch nie einen einzigen Cent aus der innovativen Harninkontinenz-Therapie erhalten habe, erklärte Jurist Dieter Czernich. Man wolle dem Mediziner offenbar ein Exempel statuieren.
Generell entstehe der Eindruck, als wären durch die Harninkontinenz-Therapie zahlreiche Menschen zu Schaden gekommen. Das sei aber de facto falsch. Außer in einem Fall, in dem tatsächlich eine Komplikation aufgetreten sei, habe die Therapie in anderen Fällen einfach nicht gewirkt. Und sechs Patienten hätten sich den Klagen angeschlossen, weil sie ihr Geld zurück haben wollten. In Hunderten Fällen allerdings habe sich die Therapie positiv ausgewirkt, sagte Czernich.
Der Hauptanklagepunkt des Betruges und der Untreue sei ein Punkt, der leicht zu widerlegen sei, sagte auch der zweite Beschuldigte, der damalige Studienleiter und mittlerweile suspendierte Urologe Hannes Strasser gegenüber ORF Radio Tirol. Die Tilak habe als Betreiberin der Innsbrucker Klinik keinen Schaden genommen, im Gegenteil sie habe mit der Therapie sehr, sehr viel Geld verdient. Er kündigte Berufung gegen die Anklage an und dass er weitere Dokumente vorlegen werde, die beweisen sollen, dass alle Anschuldigungen unrichtig seien.
Auch gegen eine Staatsanwältin der Innsbrucker Staatsanwaltschaft soll es in diesem Zusammenhang Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs geben. Bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.











