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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2010 um 14:52 Uhr

Amokläuferin erstickte Sohn mit Plastiksack

Im Fall der deutschen Amokläuferin aus Lörrach wurden nun die Leichen der Opfer obduziert. Besonders tragisch: Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erstickte sie ihren Sohn mit einem Plastiksack.

Foto © AP

Die Amokläuferin von Lörrach im deutschen Bundesland Baden-Württemberg hat ihren fünfjährigen Sohn niedergeschlagen und dann mit einem Plastiksack erstickt. Das ist das vorläufige Obduktionsergebnis der Gerichtsmediziner, das am Dienstag veröffentlicht wurde. "Der Tod ist höchstwahrscheinlich durch das Ersticken eingetreten", teilte die Polizei mit. Der Untersuchung zufolge wies die Leiche der 41-jährigen Täterin, die am Sonntagabend bei einem Schusswechsel mit der Polizei zu Tode kam, 17 Einschusswunden auf.

Schüsse in Kopf und Hals

Der von ihr getrennt lebende Ehemann, der am Sonntag den gemeinsamen Sohn aus der Wohnung der Frau abholen wollte, kam nach Angaben der Ermittler durch zwei Schüsse in Kopf und Hals ums Leben. Bereits am Montag stand fest, dass die Einschüsse mit dem Kaliber einer Sportwaffe der Frau übereinstimmten. Ob die 41-jährige Rechtsanwältin aktuell als Sportschützin in einem Verein aktiv war, stand auch am Dienstag nicht fest. Zumindest bis 1996 war sie als aktives Mitglied in einem Verein im nordbadischen Mosbach gemeldet.

Das Paar hatte sich im Juni getrennt. Der Sohn lebte beim Vater, allerdings gab es eine Besuchsvereinbarung mit der Mutter. Die 41-jährige Rechtsanwältin lebte und arbeitete in ihrer Wohnung in Lörrach. Als der Vater den Sohn am Sonntagabend abholte, kam es zu dem Amoklauf.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass die Frau zunächst ihren Mann und ihren Sohn tötete, bevor sie die Wohnung mit Nitroverdünner in Brand setzte. Ob noch andere Chemikalien im Spiel waren, untersuchen derzeit Spezialisten des Landeskriminalamts. Es kam zu einer Explosion, eine Wand der Wohnung wurde zerstört und ein Feuer brach aus, durch das 15 weitere Personen in dem Gebäude Rauchvergiftungen erlitten. Erst als der Brand gelöscht war, wurden die Leichen entdeckt.

Die Frau lief nach der Tat ins nahe gelegene Krankenhaus. Auf der Straße schoss sie zwei Passanten an, bevor sie sich zur Gynäkologie des katholischen Spitales begab. Dort attackierte sie einen Pfleger mit einem Dolch und ihrer Pistole. Die Leiche des 56-jährigen Mannes wies laut Obduktion drei Schussverletzungen im Kopf- und Halsbereich und zahlreiche Stichverletzungen am Oberkörper auf. Als die Polizei eintraf, schoss die Frau auf die Beamten und die Tür eines Krankenzimmers. Als sie nicht aufhörte, eröffneten die Polizisten das Feuer und töteten die Amokläuferin. Ein Polizist wurde bei dem Schusswechsel ins Bein getroffen.

Quelle: APA

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