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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2010 um 11:38 UhrKommentare

Österreicher haben wenig Pläne fürs Leben

Die Österreicher planen nicht weit voraus. Sie leben - salopp formuliert - sozusagen ins Blaue. Das hat eine aktuelle Umfrage nun ergeben. Außerdem: Je weniger Pläne gemacht werden, desto mehr wird an der Vergangenheit geklammert.

Foto © Fotolia: Pelz

Für die Zeit in fünf Jahren hat deutlich mehr als die Hälfte (66 Prozent) nur mehr eher unklare oder sogar völlig nebulöse Bilder von der Qualität ihres Daseins. Beim Blick auf die Zeitspanne von zehn Jahren sind dies bereits drei Viertel, wie eine Studie des Zukunftsforschers Reinhold Popp von der Fachhochschule Salzburg ergab. Eine Planung für ein Jahr machen hingegen noch 82 Prozent der Österreicher.

Vergangenheit als sicherer Hafen

"Erstaunlicherweise halten sich die Unterschiede im Hinblick auf Alter, Bildungsgrad oder Einkommen in überschaubaren Grenzen", meinte Popp zu seinen 2.500 Direktinterviews. Besonders signifikant sei jedoch folgendes Ergebnis: "Wer mehr Zukunftsängste hat, hat auch einen geringeren Zukunftshorizont, denkt weit weniger voraus und sucht nach dem sicheren Hafen in der Vergangenheit."

Was Lebensqualität und Zukunftsperspektiven betreffe, seien die Österreicher überwiegend positiv gestimmt. Allerdings werde der Optimismus mit zunehmendem Alter geringer. "Ein deutlicher Bruch ist hier aber nicht erst mit dem Eintritt ins Pensionsalter zu bemerken, sondern schon Jahre zuvor. 45- bis 60-Jährige sind viel pessimistischer als ihre jüngeren Landsleute", so der Zukunftsforscher.

Angst vor Leistungsdruck

Bei den Zukunftsängsten stehen zwei Entwicklungen an der Spitze: Die Befragten fürchten steigenden Leistungsdruck und eine wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Mehr als 70 Prozent halten es zudem für wahrscheinlich, dass Sozialleistungen abgebaut werden, stellte Popp fest.

Auf die Frage, welche Kompetenzen man für die zukünftige Gestaltung von Lebensqualität brauche, landeten Fleiß, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit auf den Plätzen eins bis drei, gefolgt von Anpassungsfähigkeit und Durchsetzungsstärke. Allerdings zeigte sich ein beachtlicher Unterschied zwischen den Generationen: Bei den unter 30-Jährigen werden Mobilität, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit signifikant höher bewertet. "Mitfühlend sein" wird vor allem von den Älteren deutlich vorangereiht - in enger Verbindung mit "verzichten können". Vier von zehn über 60-Jährige halten diesen Mix für ein wichtiges Rezept zur Gestaltung der zukünftigen Lebensqualität. Dieser Sichtweise können sich jedoch nur zwei von zehn unter 40-Jährige anschließen.


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