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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 um 15:40 Uhr

Eifersüchtiger Mann stach Freundin nieder: 13 Jahre Haft

Weil ein Afghane glaubte, seine Freundin chatte im Internet mit anderen Männern, stach er sie mehrmals in Brust und Bauch. Beim Prozess sagte er aus, er könne sich an nichts erinnern, weil er betrunken gewesen sei.

Foto © APA

Weil er sie verdächtigte, im Internet mit anderen Männern zu chatten, ging Mohammad T. (34) am 13. Jänner 2010 mit einem Küchenmesser auf seine langjährige Freundin los. Vor den Augen ihrer drei Kinder - zwei hatte die 36-Jährige aus einer vorangegangen Beziehung in die Lebensgemeinschaft mitgebracht - stach er ihr fünfmal in Brust und Bauch. Wäre ihr zehnjähriger Sohn nicht dazwischengegangen, "dann wäre ich jetzt sicher tot", sagte die Frau am Montag im Straflandesgericht, wo Mohammad T. wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde.

Der gebürtige Afghane hatte die aus dem Irak stammende Frau in einem Flüchtlingsheim kennengelernt. Die beiden suchten um Asyl an und bezogen mit den Kindern der Frau eine kleine Wohnung in Wien-Ottakring. Der Mann fand einen Job, 2007 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Einzig seine Eifersucht stand einem glücklichen Familienleben im Weg, wie nun die 36-Jährige erzählte: "Er war aus dem geringsten Grund eifersüchtig. Wenn mir im Fernsehen ein Schauspieler oder ein Sänger gefallen hat, war er traurig." Seinen Kummer ertränkte der Mann dann meistens in Wodka.

Als er eines Tages vermeinte, die Frau, mit der er nach islamischem Recht verheiratet ist, habe übers Internet Kontakt zu einem anderen aufgenommen, zog sich der 34-Jährige mit der Schnapsflasche ins Badezimmer zurück. Dort traf ihn seine Gefährtin weinend an: "Er war seelisch am Boden. Ich wollte ihn überzeugen, dass da nichts war, dass ich nichts mit anderen Männern habe."

Doch Mohammad T. ließ sich nicht beruhigen. Er versetzte der Frau einen Schlag ins Gesicht und kündigte an, er werde sie jetzt "umbringen". Dann holte er aus der Küche ein Messer, kehrte ins Badezimmer zurück und attackierte die dreifache Mutter vor den Augen ihrer zwölf, zehn und zweieinhalb Jahre alten Kindern.

Der zehnjährige Bub warf sich schließlich dazwischen, so dass es der Frau gelang, Mohammad T. die Waffe zu entwinden, die sie in die Duschkabine warf. Dann taumelte sie schwer verletzt und hilfeschreiend aus der Wohnung und fand bei einer beherzten Nachbarin Unterschlupf, die sie in ihre Wohnung ließ, obwohl im Hintergrund bereits der nach wieder mit dem Messer bewaffnete Mann zu erkennen war, der offensichtlich nicht von ihr ablassen wollte.

Vor den Geschworenen gab sich der Angeklagte äußerst einsilbig. Er könne sich an überhaupt nichts mehr erinnern, weil er betrunken gewesen sei. Laut einem amtsärztlichen Gutachten hatte er unmittelbar nach der Tat 0,68 Promille Alkohol im Blut.

Der Schuldspruch ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein, der Staatsanwalt verlangte eine höhere Strafe und meldete ebenfalls Rechtsmittel an.


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